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Weißstörche im Schnee
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Weißstörche im Schnee

Trotz Schnee und Eis

Störche überwintern in Schierstein

Störche im Schnee statt im warmen Süden – nicht alle Weißstörche machen im Herbst den Abflug. Nur die Jungen hauen ab, die Alten bleiben hier.

Von Gaby Buschlinger

Aber wovon ernähren sich die Altstörche, wie überleben sie Schnee und Eis? Denn die Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein füttert die von ihr 1972 in Hessen wieder angesiedelten Tiere seit 2005 nicht mehr, auch nicht im Winter.

„Die 30 Altstörche, die in Schierstein bleiben, sind in der Lage, sich selbst zu versorgen“, sagt Hubertus Krahner, der der Storchengemeinschaft seit dem vergangenen März vorsitzt und Karl-Heinz Seibert nach 24 Jahren an der Spitze abgelöst hat. Die Atomkraftwerke am Rhein hätten das Flusswasser derart aufgewärmt, dass die Störche Fische finden, so der 53-Jährige. Zudem seien Störche auch Aasfresser, ernährten sich also von überfahrenen Mäusen. „Auf Käfer und Eidechsen sind sie nicht angewiesen.“ Auch auf der Müllkippe würden die Tiere fündig.

Warum die Jungtiere trotz des reich gedeckten Tisches im Winter nach Süden zögen, sei unklar, sagt Krahner. Sie starteten ohnehin zwei Wochen vor den Eltern und bekämen deren Verbleib in der Heimat nicht mit. Dank der Beringung wissen die Schiersteiner Tierfreunde, dass es ihre Schützlinge über die Westroute nach Frankreich, Spanien, Gibraltar sowie bis nach Afrika nach Mali und Mauretanien zieht. Einer überwintere derweil in Israel, erzählt Krahner. Was das Tier dorthin treibe, wisse aber niemand.

Ab März kommen die Weißstörche dann zurück nach Schierstein auf das Gelände des Wasserwerks. Dort sind ihre Horste geschützt vor Menschen und Hunden. Nur einmal im Jahr öffnet der Verein die Zauntür für einen Tag der offenen Tür. 2010 hatten die 15 Brutpaare in Schierstein 29 Junge zur Welt gebracht. 13 konnten beringt werden, die anderen waren nicht erreichbar gewesen.

Die Nachwuchsmenge hänge von den Witterungsverhältnissen ab, sagt Krahner. Bei starkem Regen könnten die Jungen im Horst ertrinken. Oder wegen Nahrungsmangels brüten die Eltern nur ein oder zwei der maximal sechs Eier aus. „Würden wir füttern, hätten wir natürlich mehr Nachwuchs“, sagt Krahner. Doch die Störche sollten natürlich und frei aufwachsen und könnten fliegen, wohin sie wollten.

Ohne den Verein und dessen Arbeit gebe es in Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland vermutlich bis heute keine Weißstörche. 1972 saßen einige Schiersteiner – darunter Krahner als 15-Jähriger – zusammen in einem Lokal und bedauerten, dass es seit 1946 keine Störche mehr in Schierstein gab. Kurzerhand besorgten sie Tiere aus einem Tierpark. Doch der Nachwuchs blieb aus – man hatte ein gleichgeschlechtliches Paar erwischt.

Nach diesen Startschwierigkeiten erhielt die Storchengemeinschaft drei echte Pärchen, und 1975 kamen die ersten vier Jungstörche in Schierstein zur Welt. In diesem Jahr, 36 Jahre danach, erwartet die Storchengemeinschaft das Schlüpfen des 1000. Jung-storchs.

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