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Stillstand am Kureck

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Das R+V-Hochhaus soll schöner werden. Noch ist davon nichts zu sehen.
Das R+V-Hochhaus soll schöner werden. Noch ist davon nichts zu sehen. © Schick

Wiesbaden Die Einigung über den städtebaulichen Vertrag verzögert sich

Von Fabian Siegel

Holzbretter, wo einst Scheiben waren. Schmierereien an den Wänden. Spuren von Zündeleien. Zerbrochene Bierflaschen hinter Absperrgittern. Von der „attraktiven Premium-Marke“, die der Investor hier am Kureck erschaffen will, ist weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen sieht es rund um das alte R+V-Hochhaus nach Bauruine aus.

Und das wird auch erst einmal noch so bleiben – zumindest für einige Wochen. Denn bislang haben sich Stadt und Investor IFM noch nicht auf den nötigen städtebaulichen Vertrag für die Neugestaltung des Areals einigen können. Ohne den will das Stadtparlament keinen Bebauungsplan verabschieden. Und der wiederum ist Voraussetzung, dass die Bagger rollen.

Dabei war eigentlich längst Bewegung in die Sache gekommen: 2007 hatte die IFM Immobilien AG das Gelände in exponierter Lage – immerhin direkt gegenüber von Staatstheater und Kurhaus – erworben. Das Unternehmen will das Areal aufwendig sanieren und dafür 120 Millionen Euro investieren. Erste Differenzen wurden beigelegt, Baupläne gibt es längst: Frei stehen soll das Hochhaus später einmal, die umliegenden Häuser sollen abgerissen werden – neue Büros, Geschäfte und Wohnungen entstehen.

Schon am Donnerstag sollte das Stadtparlament ursprünglich den Bebauungsplan bestätigen – die letzte Hürde auf dem Weg. Daraus wurde jedoch nichts – weil es eben noch keinen Vertrag gibt.

Hat der Investor etwa kalte Füße bekommen? Ganz im Gegenteil, sagt IFM-Prokurist Tobias Sauerbier. Es habe nur einfach länger als erwartet gedauert, den nötigen städtebaulichen Vertrag auszuhandeln. Der regelt, welche Rechte und Pflichten Investor und Kommune bei einem städtebaulichen Projekt haben. „Und in unserm Fall müssen wir einfach mehr Einzelheiten aufnehmen als bisher gedacht“, sagt Sauerbier. Das Projekt sei allerdings nicht in Gefahr. „Wir stecken in der Endphase der Verhandlungen und gehen davon aus, dass alles zeitnah über die Bühne geht.“

Auch die Stadt wiegelt ab: Dass die Vertragsverhandlungen so lange dauern, sei durchaus nichts Ungewöhnliches, sagt Marc Paffenholz vom Stadtentwicklungsdezernat. „Der Vertrag enthält detaillierte Regelungen zum Bau – das dauert seine Zeit.“ Tatsächlich kann ein solcher Vertrag sehr viele Details enthalten – zum Beispiel, wie viele Stellplätze ein Investor bereitstellen muss oder ob Solaranlagen auf dem Dach installiert werden sollen. Nichts Dramatisches also, sagt Pfaffenholz. „Das Stadtparlament will trotzdem erst dann den Bebauungsplan verabschieden, wenn alles in trockenen Tüchern ist.“

In der Frage, wann das sein wird, sei das Entwicklungsdezernat aber optimistisch. „Wir gehen bislang davon aus, dass spätestens bis zur nächsten regulären Sitzung im Mai alle Voraussetzungen erfüllt sind.“ Vielleicht werden Holzbretter und Graffiti am Kureck dann endlich verschwinden.

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