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Wiesbaden

Städtische Mieträder in Wiesbaden weniger gefragt

Die Nutzerzahlen von „Mein Rad“ sind gesunken. Angebote wie E-Cargobikes oder flexiblere Tarife sollen neue Kundschaft bringen.

Die Corona-Pandemie lässt die Zahl der Nutzer:innen des städtischen Radverleihsystems „Mein Rad“ einbrechen. Ohnehin haben sich die Zahlen nicht so entwickelt, wie es sich der Wiesbadener Mobilitätsdienstleister Eswe-Verkehr erhofft hatte. Ob es das System in dieser Form auch künftig geben wird, ist offen.

Das Verleihsystem war 2018 in Wiesbaden zunächst mit 50 Stationen und 500 Rädern gestartet. Zuvor hatten sich Wiesbaden und Mainz auf ein gemeinsames Angebot verständigt. Die Zusammenführung der bis dato nicht kompatiblen Systeme – des mechanischen auf Mainzer Seite und des neuen mit Geofencing und Bluetooth arbeitenden in Wiesbaden – sei eine hohe technische Herausforderung, aber notwendig gewesen, sagt Eswe-Verkehr-Sprecher Christian Giesen. Die beiden Landeshauptstädte bilden einen urbanen Raum mit rund einer halben Million Bewohner:innen. Seitdem betreibt Eswe Stationen in Wiesbaden, die Mainzer Mobilität Stationen im Stadtgebiet von Mainz, im Umland und in den Wiesbadener Stadtteilen Kastel, Kostheim und Amöneburg.

Der Radverleih

Das städtische Radverkehrssystem „Mein Rad“ gibt es seit 2018.

Es soll das bisherige Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs unterstützen und flankieren.

In Wiesbaden – ausgenommen Kastel, Kostheim und Ämöneburg – gibt es derzeit 700 Räder, die an 85 Stationen ausgeliehen werden können. diu

Der Auftakt des städtischen Radverleihs verlief nicht ohne Probleme. Erst ruckelte die App, dann beschwerten sich Nutzer:innen über nicht funktionierende Schlösser.

Im Jahr 2019 hatten sich in Wiesbaden rund 13 800 Personen registriert, um „Mein Rad“ zu nutzen. Die Zahl der Fahrten belief sich auf circa 43 650. Im Jahr der Corona-Pandemie, 2020, sank die Zahl der Nutzer:innen auf 8000 und die der Mietvorgänge auf etwa 26 800. Auch in Mainz und in anderen Städten seien die Fahrtenzahlen rückläufig. Eswe-Verkehr sieht dafür vor allem zwei Gründe: das gesunkene Mobilitätsbedürfnis und den Fahrradboom. Die Pandemie habe zu Rekordkäufen bei Fahrrädern geführt.

Trotz des Einbruchs bei den Nutzer- und Fahrtenzahlen rechnet das Unternehmen damit, dass der Zuschuss der Stadt für 2020 geringer ausfallen wird als 2019. Damals musste die Kommune rund 600 000 zuschießen. Kostendeckend zu verleihen, sei nahezu ausgeschlossen. „Uns ist kein stationäres Fahrradverleihsystem in Deutschland bekannt, das kostendeckend oder gar gewinnbringend arbeitet“, schreibt Eswe-Verkehr.

Mit neuen Angeboten und Tarifen sollen Kund:innen gewonnen werden. Künftig werden beispielsweise an ausgewählten Stationen E-Cargobikes zur Verfügung stehen. Die Antwort auf die Frage, ob die Stadt an dem System festhalten wird, lässt Interpretationsspielraum: „Grundsätzlich sind viele Modelle denkbar“, heißt es. Die Entscheidung obliege jedoch nicht dem Unternehmen, sondern den Stadtverordneten.

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