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Stadt pflanzt tausend Blumen

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Ob mit oder ohne Konzept: Frühblüher kommen immer gut.
Ob mit oder ohne Konzept: Frühblüher kommen immer gut. © Fickert

Wegen Geldmangels werden mehr Patenschaften angestrebt

Von Mirjam Ulrich

Der Lenz ist da, darum machen die städtischen Gärtner die Landeshauptstadt fein für den Frühling. Rund tausend Blumen – hauptsächlich bunte Primeln – pflanzen sie noch die nächsten Tage in die Kübel entlang der Wilhelm- und der Rheinstraße sowie in das Beet am Kaiser-Friedrich-Denkmal vor dem Hotel „Nassauer Hof“.

Doch damit nicht genug: Sie setzen auch Bäume und Sträucher, zum Beispiel am Parkplatz am Theater oder in der Reisinger-Anlage, wo die Eiben gefällt wurden. Zu den Sträuchern, die die Stadt dann zieren, gehört beispielsweise der Pfeifenstrauch, weißer Liguster, scharlachrote Alpen-Johannisbeere, immergrüner Kissen-Schneeball oder Zierapfel.

Außerdem reinigen die Gärtner vor Ostern die Teiche und die Brunnenbecken in der Reisinger-Anlage, die am Warmen Damm und im Nerotal sind schon frühlingsfertig gemacht. Ebenso säubern die städtischen Gärtner die Spielplätze und überprüfen die Spielgeräte. Eine Spezialfirma reinige zudem den Sand, sagt Thomas Bäder, Leiter der Abteilung Grünflächen und Friedhöfe im Amt für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten. Wo Sand fehle, füllen seine Mitarbeiter ihn auf.

Rund 130 städtische Gärtner haben die Beete umgegraben, Rasen ausgesät und gedüngt sowie Hecken und Bäume beschnitten. Thomas Bäder zufolge sind sie für rund 250 Hektar zuständig – ohne Stadtwald. Der gehört zu den Aufgaben der Forstamtsmitarbeiter.

Damit es auch in den Parks und am Straßenrand blüht, setzten sie im vorigen Herbst wieder Blumenzwiebeln. „Wegen der angespannten Finanzlage waren es nur ein paar Hundert“, sagt Bäder. In den vergangenen Jahren seien es aber insgesamt zwischen 50000 und 60000 an den großen Kreuzungen aber auch auf dem ersten und zweiten Ring gewesen.

Die Primeln, die die Gärtner derzeit in die Kübel und Beete pflanzen, stammen vom Frankfurter Großmarkt. „Zu den Preisen dort kann keine Kommune selbst produzieren“, erläutert Bäder. Dieses Frühjahr gibt die Stadt rund 8000 Euro für die Bepflanzung der Wechselbeete aus. Im gesamten Jahr sind es 60000 Euro. Dreimal im Jahr bepflanzen die Grünflächenamtsmitarbeiter die Wechselbeete. Im Mai kommen die Sommerblumen und im Herbst die winterharten Stiefmütterchen an die Reihe.

Für das Beet auf dem Dern’schen Gelände gebe es künftig auch ein neues Farbkonzept, verrät der Abteilungsleiter. Statt bunten Farben solle der Schwerpunkt in diesem Sommer auf gelben und blauen Blumen mit verschiedenen Höhen, wie etwa Sonnenhut und Salvien liegen – passend zu den Farben des Stadtwappens.

Wegen der klammen Haushaltslage müsse die Stadt überlegen, ob nur noch die Wechselbeete im Zentrum und an den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten bepflanzt werden sollen. Pflanzschalen und Kübel in Außenbezirken, die nicht mehr so schön seien oder nicht mehr gehalten werden können, würden dann entfernt – es sei denn, es finden sich Paten.

„In fast jedem Vorort gibt es bereits Patenschaften von Vereinen oder Bürgern“, sagt Bäder. Auch die ersten Gartenbaubetriebe nehmen sich dort freiwillig einiger Beete an. „Wir wollen das auch forcieren“, fügt er hinzu. Denn in Wiesbaden werde wie in anderen Kommunen künftig für die Blumen immer weniger Geld zur Verfügung stehen.

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