Wiesbaden

Stadt lässt Kündigung des Auftrags Sportpark Rheinhöhe prüfen

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Den Entscheidern sollen die Insolvenzen des Büros Uwe Deyle nicht bekannt gewesen sein. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) verspricht eine engmaschige Kontrolle der Planungsarbeiten.

Wie kann es sein, dass die wirtschaftlichen Misserfolge des Unternehmers Uwe Deyle unentdeckt blieben und er einen städtischen Auftrag mit einem Investitionsvolumen von 63 Millionen Euro erhielt? Die Stadtverordneten überlegen, wie sie mit dem Planungsauftrag für den Sportpark Rheinhöhe umgehen sollen. Auftragskündigung? „Wegen der Schadensersatzansprüchen zu teuer und der Baubeginn würde sich verzögern“, erwidert Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), lässt die Stornierung dennoch prüfen.

Die städtische Bau- und Facilitymanagementgesellschaft Wibau schlug im Auftrag der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG die Planung des Freizeitbads und der Eisbahn einer Bietergesellschaft zu, zu der das Büro Uwe Deyle zählt. Deyle ging mit dem Betrieb mehrerer Schwimmbäder, darunter das Taubertsbergbad in Mainz, insolvent und wurde in einem anderen Fall wegen Insolvenzverschleppung verurteilt. Den Politikern sitzt die Angst im Nacken, dass Deyle ungeeignet und der Bau des Sportparks Rheinhöhe gefährdet sein könnte.

Anders als in Mainz wurde Deyle in Wiesbaden für die Planung und Bauüberwachung und nicht den Betrieb engagiert. Er soll eine Koryphäe für den Bau von Eissporthallen sein und ist, wie SEG-Projektentwickler Michael Frank sagt, für Flächeneffizienz, Statik und die Technik der Eisbahn zuständig. Anhaltspunkte für ein unsauberes Vergabeverfahren sieht Mende nicht. Von der Insolvenzverschleppung hätten die Entscheider nichts gewusst. Mende versprach, dass jeder Planungsschritt „engmaschig“ von Fachleuten der städtischen Bädergesellschaft Mattiaqua und externen Büros betreut werde, um mögliche Fehler auszumerzen.

FDP-Fraktionschef Christian Diers sieht vor allem SEG-Geschäftsführer Andreas Guntrum in der Schuld. Ihm seien die Insolvenzen Deyles bekannt gewesen, da er ihn aus seiner Tätigkeit im Mainzer Rathaus kenne, und, wie aus einer Frage der AfD an den OB hervorgeht, Deyle zu Gast auf Guntrums Hochzeit war. Guntrum war jedoch laut OB nicht an der Entscheidung für das Büro beteiligt. Die Auswahl traf ein Gremium, dem Vertreter von Mattiaqua, des Arbeitskreises Sportpark und der SEG angehörten.

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