Bringen Hochleistungssport und Hochschule unter einen Hut: Claudia Rath, Jan Felix Knobel und Barbara Bandel (v.l.).
+
Bringen Hochleistungssport und Hochschule unter einen Hut: Claudia Rath, Jan Felix Knobel und Barbara Bandel (v.l.).

Wiesbaden Hochschule Rhein-Main

Spitzensport und Vorlesung

Zwei Studenten der Hochschule Rhein-Main nehmen an der Universade in Russland teil. Doch sie sind nicht die einzigen Spitzensportler unter den Studenten in Wiesbaden.

Von Alexandra Ehrhardt

Von einer 40-Stunden-Woche kann Barbara Bendel gerade nur träumen – wenn sie denn dazu überhaupt zum Träumen kommt. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Jan Felix Knobel nimmt die Studentin der Hochschule Rhein-Main an der diesjährigen Sommer-Universiade im russischen Kasan teil. Neben der Judoka und dem Mehrkämpfer zählt auch die Siebenkämpferin Claudia Rath zu den Spitzensportlern, die die Hochschule Rhein-Main unter ihren Studierenden hat.

Die drei sportlichen Studenten sind für Hochschul-Präsident Detlev Reymann ein gutes Beispiel gegen das Vorurteil vom „faulen Studenten, der bis mittags im Bett liegt“. Dem kann Claudia Rath nur zustimmen. Nachdem die Studentin der Sozialen Arbeit vor anderthalb Wochen aus einem Qualifikationswettkampf zurückgekehrt ist, steckt sie nun mitten in den Vorbereitungen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft Mitte August in Moskau. Los geht es für sie schon vormittags um elf mit der ersten Trainingseinheit in Niederrad. Am Nachmittag werden noch mal zweieinhalb Stunden drangehängt, bis die fünf Trainingsstunden täglich voll sind. „Im Moment schläft die Uni etwas bei mir“, gibt sie dann auch etwas verschämt zu.

Erst Sport, dann Studium

Ähnlich geht es Jan Felix Knobel. Der Student im achten Semester brennt darauf, seinen Bachelor in Architektur zu machen, doch es hängt noch an einigen Pflichtscheinen. „Ich würde es so gerne endlich fertigbringen“, sagt der 24-Jährige. Aber zur Zeit müssen die beruflichen Ambitionen hinter den sportlichen zurückstehen. Auch er ist erst vor ein paar Tagen von einer Qualifikation zurückgekehrt und macht sich nun fit für die Universiade, bei der sich insgesamt 13000 Studierende aus 170 Ländern messen werden. Aus Deutschland entsendet der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (ADH) 220 junge Spitzensportler nach Kasan. Die Universiade ist nach Aussage des ADH die größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen.

Für Knobel und Bendel gehört der Wettkampf in Russland zum Höhepunkt ihres Sportjahres. „Ich war 2009 bei der Universiade in Belgrad dabei. Ein klasse Event. Am liebsten würde ich eine Medaille nach Hause bringen“, erklärt die ehrgeizige Barbara Bendel, die im ersten Semester Medientechnik studiert. Treppchen und Medaille müssen es für Claudia Rath nicht sein. Die Siebenkämpferin hat sich zwar den Deutsche Meistertitel 2010 und 2011 geholt, für ihre erste Teilnahme an der Leichtathletik-WM will sie jedoch vor allem unter die ersten Zehn kommen und ihre persönliche Bestleistung toppen. Dafür konzentriert sie sich gerade besonders auf die Disziplinen Kugelstoßen und Speerwerfen: „Wurfdisziplinen sind gar nicht meins.“

Zehn Leistungssportler

Etwa zehn Leistungssportler ab dem C-Kader studieren derzeit an der Hochschule Rhein-Main, schätzt deren Hochschulsportbeauftragter Klaus Lindemann. Die Hochschule Rhein-Main bilde in Relation zur Hochschulgröße die meisten Spitzensportler in Hessen aus. Damit das auch so bleibt, unterstütze man die Sportler bei der Organisation ihres Studiums indem beispielsweise Prüfungstermine verschoben oder nachgeholt werden können, wenn in der Zeit ein Trainingslager ansteht.

Kommentare