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Spitzenspiel im Kino

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Spitzen-Volleyball in Wiesbaden - Szene aus der Partie des VC gegen Potsdam.
Spitzen-Volleyball in Wiesbaden - Szene aus der Partie des VC gegen Potsdam. © FR/Schick

"Eine Weltpremiere", schwärmt Manager Achim Exner. Das Thalia-Kino zeigt die Auswärts-Partie des VC Wiesbaden gegen Schwerin live im Kino-Saal. Von Gaby Buschlinger

Von Gaby Buschlinger

Live-Übertragungen aus dem New Yorker Opernhaus Met sind im Thalia-Kino am Mauritiusplatz inzwischen immer ausverkauft, sagt Kino-Betreiber Marc Ewert. Und bei einer Tosca-Übertragung kam dem Volleyball-Club-Manager Achim Exner dann die Idee: "Eine Live-Übertragung eines Auswärtsspiels der Volleyballerinnen im Kino!" Am Mittwoch, 20. Januar, ist es so weit: Das Match gegen den deutschen Meister Schwerin wird im Thalia-Kino zu sehen sein. Exner: "Eine Weltpremiere!"

Für Fans sei es insbesondere unter der Woche ungünstig, lange Fahrten auf sich zu nehmen, sagte Exner weiter. Und sieht sich als "Trendsetter" mit der Umwandlung eines Kinos in eine Volleyball-Arena. Dass der Teppich mit dem Blümchenmuster, die schallgedämpfte Decke und die roten Plüschsessel die Atmosphäre beeinträchtigen könnten, glaubt der quirlige Ex-Oberbürgermeister nicht. Schließlich seien Hallensprecher und Anheizer Tobias Radlow sowie Trommler dabei. Auch Exner wird im Kino sein.

Der Manager bedauerte lediglich, dass die Spielerinnen die Anfeuerungen nicht mitbekämen.

373 Plätze gibt es im Thalia. Der Eintritt kostet einen Euro mehr als bei Heimspielen in der Halle am 2. Ring, nämlich zehn Euro. Darin enthalten sind entweder ein Getränk oder eine Tüte Popcorn. Exner glaubt, dass das Kino rasch ausverkauft sein wird. Die Fanclubs hätten sich jedenfalls bereits angemeldet. Zu Auswärtsspielen fahren laut VCW-Präsident Rudi Glas zwischen 20 und 80 Fans mit - je nach Entfernung. Deshalb erwartet Exner, dass die Live-Übertragung von Auswärts-Spielen im Kino Nachahmer finden wird.

Sorgen um den Zustand seines Kinos nach dem Auszug der Schlachtenbummler muss sich Ewert nicht machen, meint Exner: "Das Wiesbadener Publikum ist temperamentvoll, aber gesittet." Sollte die Premiere gelingen, will Ewert weitere Spiele übertragen. Behilflich ist das Internet-Portal "Spobox.tv", das Volleyball-Spiele im WWW digital überträgt.

Stinksauer ist Exner derweil auf das Hessen-Fernsehen: "Dieser öffentlich-rechtliche Sender erlaubt sich, nur über Fußball zu berichten", schimpft er. Es gebe 22 Bundesligisten in Hessen, vom Boxen bis zum Tanzen, aber zu sehen seien nur Eintracht Frankfurt, der FSV und die Offenbacher Kickers. Der MDR habe in einem Jahr 36 Volleyball-Beiträge gebracht, der HR null. "Das ist eine Ungleichbehandlung, die ich nicht mehr witzig finde."

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