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OFB spielt Monopoly an der Rue

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Von: Arne Löffel

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Nicht alle sind für die Idee nun ein Hotel statt dem Stadtmuseum zu bauen. Für die Grünen ist der Vorschlag sogar "völlig inakzeptabel“".

Die Stadt kommt bei den Diskussionen rund um das Stadtmuseum auch nach dem offiziellen Ausstieg aus den bisherigen Plänen mit dem Investor OFB nicht zur Ruhe. Erst am Wochenende hat der CDU-Fraktionsvorsitzende im Interview mit dem „Wiesbadener Kurier“ verlauten lassen, dass auch er die Idee eines Hotels anstelle des Stadtmuseums befürworte. Der Projektentwickler OFB hatte das Hotel im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau als Alternative fürs Museum ins Spiel gebracht.

Dieses Monopolyspiel zwischen der Stadt und den Investoren um das einst als Filetstück bezeichnete Wiesbadener Land bringt die Opposition auf die Palme: „Die Vorstellung, jetzt einfach statt einem Stadtmuseum ein Hotel durch bauen zu lassen, ist völlig inakzeptabel“, zürnt Grünen-Fraktionsvorsitzende, Christiane Hinninger, in einer Pressemitteilung. Immerhin habe Lorenz „endlich zugegeben“, dass das Grundstück im vergangenen Jahr auf Antrag von CDU und SPD unter dem Marktwert verkauft wurde. „Dem undurchsichtigen Vorgehen, das zum Vertrag mit der OFB geführt hat, darf jetzt nicht auch noch die öffentlich subventionierte Errichtung eines Hotels folgen“, mahnt Hinninger. Das ganze Verfahren müsse wieder auf null gestellt werden.

Mehr Transparenz gefordert

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Claus-Peter Große, fordert die Stadt auf, nach einem Rückkauf mehr Transparenz walten zu lassen: „In einem geordneten Planungsverfahren inklusive Ausschreibung muss entschieden werden, was für Wiesbaden an dieser Stelle sinnvoll ist.“

Christoph Manjura, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rathaus und damit Koalitionspartner von Lorenz, hält weder den Bau eines Hotels, noch die Rückabwicklung des Kaufvertrages zwischen der Stadt und der OFB für ausgeschlossen. „Es ist jetzt auch noch zu früh, verlässliche Aussagen über die eine oder andere Variante zu treffen“, sagt er der FR. Beide Möglichkeiten hätten aber ihre guten Seiten: „Das Hotel, weil es historisch gesehen schon mal eines an der Stelle gab und wir tatsächlich eins brauchen – die Rückabwicklung, weil das einen klaren und angesichts der Kritik um das Projekt vielleicht auch sinnvollen Schnitt im Prozess rund um das Stadtmuseum mit sich bringen würde.“

Manjura kündigt an, dass der Magistrat Anfang des neuen Jahres mit der OFB in Verhandlungen einsteigen werde. „Bis dahin haben alle mal Zeit zum Durchatmen, hoffe ich. Ich selbst werde diese Zeit auf jeden Fall auch zum Nachdenken nutzen“, so Manjura.

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