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Sperrige Gartenabfälle sollen liegen bleiben

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Von: Arne Löffel

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Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) wollen nicht länger sperrige Grünabfälle einsammeln. Eine entsprechende Satzungsänderung soll im Umweltausschuss und im Stadtparlament beraten werden. Kommt sie durch, haben Hobby-Gärtner ohne Auto ein Problem.

Knorrige Äste vom Obstbaum, bündelweise Ruten von der Haselnuss oder ganze Holunderbüsche: Hobbygärtner wissen, dass beim alljährlichen Rückschnitt ganz schön was zusammenkommen kann. Kleinkram wandert in die Biotonne oder landet auf dem eigenen Komposthaufen, aber die großen, sperrigen Teile passen da nicht rein.

Deshalb war es in der Vergangenheit so, dass die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) mit dem Sperrmüll-Auto kamen, um diese Grünabfälle einzusammeln. Im Auto wurden sie gepresst und dann zu Energie oder Kompost gemacht.

Damit soll jetzt Schluss sein: Die Fraktion der Grünen im Wiesbadener Rathaus protestiert in einer Pressemitteilung gegen den mit der neuen Kreislaufwirtschaftssatzung geplanten Service-Abbau beim Sperrmüll. Die Satzung aus dem Haus des Abfalldezernenten Franz (CDU), die am Donnerstag im Umweltausschuss und direkt danach in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll, sehe vor, dass sperrige Gartenabfälle nicht mehr über die Sperrmüllabfuhr entsorgt werden.

„Das ist vor allem für Gartenbesitzer ohne Auto eine massive Verschlechterung“, so Barbara Düe, umweltpolitische Sprecherin der Grünen. „Was sollen denn die Leute mit ihrem Gehölzschnitt machen – ihn im Garten verbrennen?“, fragt Düe und kündigt einen Antrag zum Erhalt des Gartenabfall-Sperrmülls an.

Laut ELW gibt es pro Jahr weniger als 500 Grünschnitt-Einsätze für die Sperrmüllwagen. ELW-Pressesprecher Frank Fischer kontrastiert die Zahl mit 49 000 regulären Sperrmüll-Einsätzen. „In einem Auto können die Abfallarten nicht gemischt werden, daher sind eigene Fahrten nötig“, sagt er.

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