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Wiesbaden

SPD trauert in Wiesbaden ums Direktmandat

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Analyse der Wahlergebnisse werden mit Spannung erwartet.

Am Tag nach der Bundestagswahl geht eine hörbar zerknirschte SPD-Direktkandidatin ans Telefon. „Wiesbaden wäre gewinnbar gewesen“, seufzt Nadine Ruf, die am Sonntag fast bis Mitternacht auf das Endergebnis der Erststimmenauszählung gewartet hat. Mit 627 Stimmen Differenz hat nach einem aufregenden Kopf-an-Kopf-Rennen der CDU-Kandidat Ingmar Jung sein Bundestagsmandat verteidigt, das er seit 2017 innehat. Ruf fragt sich, ob sie im linken Lager um Erststimmen hätte werben sollen oder in den typischen SPD-Wahlbezirken präsenter hätte sein müssen. „Verschüttete Milch“, sagt die 43-Jährige schließlich, aber leicht nimmt sie die Niederlage nicht. Auch über die SPD-Landesliste kommt sie nicht nach Berlin.

Ingmar Jung zieht als einziger Vertreter aus der hessischen Landeshauptstadt in den Bundestag ein. Für ihn eine Überraschung, die er sich noch nicht erklären kann. „Offenbar haben einige Wähler einen Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme gemacht“, sagt er, wolle aber zunächst die Analysen abwarten.

Diesen Unterschied machten nicht alle. „Grünen-Wähler machen keine Kompromisse“, erklärt Fraktionschefin Christiane Hinninger, warum im Gegensatz zur Wählerschaft der FDP fast alle, die grün gewählt hatten, dies mit Erst- und Zweitstimmen taten. Für sie zählten die Inhalte, sagt Hinninger. Die Grünen sehen sich als Gewinner der Wahl. „Das war das bisher beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl“, sagt sie. Ihre Partei sei eine eigenständige Größe in der Stadt, die in Wiesbaden mehr als vier Prozentpunkte über dem Hessenergebnis liege.

Wenig Grund zur Freude haben die Linken. „Das ist eine niederschmetternde Niederlage, dramatisch für uns“, gesteht der Fraktionsvorsitzende Ingo von Seemen ohne Umschweife ein. Die Partei hat in allen Wahlbezirken an Zustimmung verloren, das einzige zweistellige Ergebnis fährt sie im Westend ein, aber auch nur 12,3 Prozent. Dort und in Mitte sind auch die Grünen mit mehr als 30 Prozent der Wählerstimmen wieder stark.

An der politischen Landschaft hat sich kaum etwas verändert. Noch immer sind in Sonnenberg die konservativen Parteien stark, sowohl CDU als auch FDP erreichen dort Spitzenwerte. Die Sozialdemokraten machen vor allem in den östlichen Stadtteilen Nordenstadt, Delkenheim und Medenbach Boden gut und knacken in ihrer traditionellen Hochburg Amöneburg und in Delkenheim die 30-Prozent-Marke. In Klarenthal schneidet die AfD wieder am besten ab.

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