Die Stunden des ehemaligen R+V-Hochhauses sind gezählt.
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Die Stunden des ehemaligen R+V-Hochhauses sind gezählt.

Wiesbaden

Startschuss fürs Kureck-Areal

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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Am 18. Juni 2015 gab IFM den Startschuss für die Abrissarbeiten der Gebäude Sonnenberger Straße 2 a und 2 b. Dort soll eine neue Immobilie entstehen, in die das Hessische Sozialministerium 2017 umziehen soll.

Die Bauarbeiten an einer der wohl sensibelsten Stellen Wiesbadens haben begonnen: Gestern gab die IFM Immobilien AG den Startschuss für die Quartiersentwicklung am Kureck. Zunächst werden die Häuser an der Sonnenberger Straße 2 a und 2 b hinter dem denkmalgeschützten Mövenpick abgerissen. In ein neu errichtetes Gebäude sowie zwei sanierte Teile wird dann das Hessische Sozialministerium einziehen, das einen Mietvertrag über 20 Jahre unterschrieben hat. Für dieses Vorhaben hatte die IFM kürzlich eine Finanzierungszusage in Höhe von 58 Millionen Euro von der Deutschen Pfandbriefbank erhalten.

Viele Gäste sahen am Donnerstag zu, wie Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) und IFM-Vorstandsvorsitzender Volker de Boer in den Bagger stiegen und den Arm des Ungetüms sanft an einem ehemaligen Tankstellengebäude nagen ließen. Erst mit einigem Nachdruck und Hilfe eines Experten fielen die ersten Brocken zu Boden.

Langwierige Verhandlungen

Dass das 100 bis 150 Millionen Euro teure Projekt am Ende der Wilhelmstraße nun realisiert werden kann, hat ebenfalls mit Beharrlichkeit und Nachdruck zu tun. Als „kompliziert, vertrackt und verworren“ bezeichnete Gerich in einer Ansprache das langjährige Verfahren. „Es galt, viele Knoten in einem guten Projekt zu lösen. Und es hat sich gelohnt“, sagte er und wies auf den Nutzungsmix durch Wohnungen, Büros und Gastronomie hin.

Er freue sich, sagte Gerich, dass es nun los gehe. Noch mehr aber darüber, dass durch die Unterzeichnung des „Durchführungsvertrags zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Quartier Kureck“ am Dienstag auch „der Durchbruch“ für das übrige Kureck-Areal gelungen sei. Zwar fehle noch der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, doch Gerich geht davon aus, dass die Parlamentarier dem Vorhaben zustimmen werden.

Das Projekt umsetzen wird die Frankfurter Gesellschaft IFM, die sich in der Vergangenheit immer wieder wegen der Unterstellung rechtfertigen musste, das Grundstück lediglich als Spekulationsobjekt nutzen zu wollen. Das widerlegten zum einen die Vertragserfüllungsbürgschaften, sagte Paul Pletsch von IFM. Mit diesen habe man sich gegenüber der Stadt verpflichtet, einzelne Baumaßnahmen zu bestimmten Zeitpunkten realisiert zu haben. Zudem sei die Eigenkapitalquote sehr hoch, wie IFM-Vorstand Thomas Schulze Wischeler erläuterte.

Schulze Wischeler skizzierte auch den Verlauf des in drei Phasen unterteilten Projekts. Die letzte Phase, die Fertigstellung von sieben Wohnvillen am Adolfsberg, soll bis 2020 abgeschlossen sein. Um das Vorhaben transparent zu machen, habe man eine eigene Homepage eingerichtet. Mit dem Abriss des ehemaligen R+V-Hochhauses und dem Aufbau des neuen soll im Herbst dieses Jahres begonnen werden.

IFM-Vorstandsvorsitzender de Boer kündigte an, mit dem neuen Kureck auch die Stadt in ihren Bemühungen um das Weltkulturerbe unterstützen zu wollen. „Das Areal wird einmalig in Deutschland werden“, sagte er.

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