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Der Schauspieler Axel Milberg ermittelt als Kommissar Borowski im "Tatort".

Krimi-März in Wiesbaden

Promis kommen zum Krimi-Festival

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Wiesbaden lädt zum Fernsehkrimi-Festival und zum Krimi-März. Prominente wie Hannelore Hoger, Heino Ferch und Volker Schlöndorff werden als Gäste erwartet.

Im März wird es gefährlich in Wiesbaden. Es passieren die ungewöhnlichsten und grausamsten Kriminalfälle, insbesondere in der Caligari Filmbühne, im Literaturhaus Clementine, dem Murnau-Filmtheater und dem Museum Wiesbaden. Es wird entführt, gemeuchelt und geschossen. Es geschieht das Schlimmste überhaupt: Eltern kommen ihre Kinder abhanden.

Zum zweiten Mal lädt die Landeshauptstadt im März zeitgleich zum Deutschen Fernsehkrimi-Festival und dem Krimi-März Wiesbaden ein. Die Zusammenlegung der beiden Events 2017 sei mit 3900 Besuchern, davon 3175 für die TV-Krimis, erfolgreich gewesen, resümiert Kulturdezernent Axel Imholz (SPD). Rund 65 Prozent der Deutschen befassten sich regelmäßig als Zuschauer oder Leser mit Krimis. Das Genre habe nicht nur Unterhaltungswert, es spiegele auch die Gesellschaft.

Wie zum Beweis, wie gut sich die beiden Genres verknüpfen lassen, wurde Volker Kutscher zum diesjährigen Krimi-Stipendiat ausgewählt. Seine Kriminalliteratur mit der Hauptfigur Kommissar Gereon Rath im Berlin der 1920er Jahre wird in der Fernsehserie „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer verfilmt. Kutscher startet mit einer Lesung den Krimimärz. Im Anschluss wird der Film „M - eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang vorgeführt, der für Kutscher eine Initialzündung gewesen sein soll.

Thema des Krimi-März ist „Rückblende“. „Es gibt die Tendenz zu zeithistorischen Krimis“, sagt Susanne Lewalter vom Literaturhaus Villa Clementine, die den Krimimärz organisiert, „vielleicht um über die Vergangenheit den heutigen Lesern besser den Spiegel vorzuhalten“. Einen historischen Stoff wählt auch der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch in „Der Boxer“, das im Polen der 1930er Jahre spielt.

Aber es geht nicht nur um das Zurück, auch um das Vorwärts. Cathrin Ehrlich, Leiterin des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals, holte gezielt junge Frauen in die Jury, die den Preis von tausend Litern Wein für den besten Film ausloben sollen, darunter Dennebesch Zoudé, die die TV-Kommissarin Carolin Reeding im Polizeiruf 110 spielt, und Hanna Dose, dreifach ausgezeichnete Regisseurin. Damit möchte sie der Gender-Debatte Rechnung tragen.

Prominente Schauspieler und Regisseure sind während des Festivals zu Gast. Zum Gespräch über den ZDF-Sechsteiler „Bad Banks“ sind Desirée Nosbusch und Regisseur Christian Schwochow angekündigt. Margarita Broich, Stefan Konarske und Golo Euler kommen zur Premiere des Tatorts „Unter Kriegern“. Weitere Gäste sind Heino Ferch, Hannelore Hoger, Volker Schlöndorff, Silke Bodenbender und Richy Müller.

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