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Karl und sein Hund Grandpatte. Bild: Michael Apitz

Wiesbaden

Karl ist wieder da

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Eine Ausstellung im Wiesbadener Rathaus erinnert an die populäre Comicfigur

Wer im modernen Keller des Staatsweinguts Kloster Eberbach am Steinberg oberhalb von Eltville eine Weinprobe mitmacht, sitzt vielleicht vor einem eindrucksvollen riesigen Landschaftsgemälde, das den Rheingau und seine Weinberge zeigt. Sein Schöpfer ist der Künstler Michael Apitz, der in Schlangenbad lebt. Von ihm stammen zahlreiche farbglühende Mittelrhein-Landschaften, die in der Region an vielen Orten zu finden sind. Bekannter dürfte Apitz allerdings für seine Comics sein.

„Niemand vermutet das, wenn er nur die Bilder kennt“, sagt der Künstler. Gemeinsam mit den Autoren Eberhard und Patrick Kunkel hat er die Figur des Spätlesereiters Karl erfunden, der 1988 erstmals durch den Rheingau des 18. Jahrhunderts ritt. „Ich glaube, heute würde das gar nicht mehr funktionieren“, sagt der 53-Jährige. „Das war in einer Zeit vor dem Internet, kurz vor dem Mauerfall, da gab es eine unglaubliche Resonanz auf den ersten Band. Wir konnten ganz gut davon leben.“

Zwölf Alben sind bis 2004 entstanden, der Comic wurde sogar ins Japanische übersetzt. „Irgendwann waren wir mit Karl müde wie eine alte Rockband“, sagt Apitz. Patrick Kunkel, heute 54, wurde zum Bürgermeister von Eltville gewählt, inzwischen regiert der CDU-Mann in der dritten Amtszeit. Apitz malt seine zum Teil riesigen farbsatten Gemälde, aber er zeichnet auch immer noch populäre Comics, etwa über die Eintracht Frankfurt, für die er sogar ein Malbuch entwarf.

Lange war die Comicfigur Karl gar nicht mehr erhältlich, doch bekannt blieb sie immer. „Mich sprechen oft Leute an, die sagen, sie seien gar keine klassischen Comicleser. Aber der Karl gefällt ihnen einfach“, berichtet Apitz. Und nun ist der Comic zurück im öffentlichen Bewusstsein.

Der Wiesbadener Comic-Verlag Finix hat eine Gesamtausgabe aufgelegt, und vom Mittwoch, 28. November, an gibt es anlässlich des 30. Geburtstags von Karl im Foyer des Wiesbadener Rathauses zehn Tage lang ein Wiedersehen mit dem Rheingau-Comic. „Ich habe jetzt noch mal eine kleine Geschichte gezeichnet, und ich kann’s noch!“, sagt Apitz.

In Wiesbaden sind auf Anregung von Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) jetzt Skizzen, Originale und Drucke ausgestellt. Michael Apitz und Patrick Kunkel sind bei der Vernissage selbst anwesend. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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