Wiesbaden

Gerich will mehr Privatinitiative

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Die Stadt will beim Alten Gericht nicht vom bisherigen Kurs abweichen. OB Gerich fordert die Bürgerinitiativen dazu auf, direkt mit dem Land Kontakt aufzunehmen.

Die in den vergangenen Wochen lautstark und konzertiert vorgetragene Forderung der Bürgerinitiativen „Haus der Stadtkultur“ und „Gemeinwohl hat Vorfahrt“, die Stadt möge bei der weiteren Verwendung des Alten Gerichts ein Moratorium zur Prüfung von Alternativen einlegen, stößt beim Wiesbadener Verwaltungschef, Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD), auf wenig Gegenliebe. Das machte Gerich in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung deutlich.

Das Gebäude ist im Besitz des Landes Hessen. Derzeitiger Planungsstand ist, dass dort Wohnungen entstehen sollen. Gleichzeitig soll auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes die Hochschule Fresenius einen Neubau errichten. Das alte Beamtenhaus soll für studentisches Wohnen genutzt werden. Gerich erklärte im Parlament, dass die Stadtverwaltung nicht von diesem Plan abrücken wolle.

Keine Mehrheit

Die Fraktion von Linken und Piraten hatte neben dem Moratorium beantragt, dass die Stadt das vom Land eingeleitete amtliche Verfahren zur Bebauung des Areals unterbindet. Beide Wünsche fanden zu später Stunde nicht die Mehrheit des Parlaments.

Die den Antrag begründende Brigitte Forßbohm ist nicht nur Mitglied der Linken, sondern auch bei „Gemeinwohl hat Vorfahrt“ – eben einer jener Bürgerinitiativen, die sich für die Bewahrung des alten Gerichts als öffentlich zugänglichen Ort und möglichen Standort für ein Stadtmuseum oder so genanntes Haus der Stadtkultur einsetzen.

In seiner Rede wandte sich Gerich an die genannten Bürgerinitiativen und forderte sie dazu auf, direkt mit dem Land Kontakt aufzunehmen. „Sollten sich die Initiativen als Bürgerstiftungen formieren und sich mit dem Land auf eine alternative Verwendung verständigen, werden wir uns dem nicht entgegenstellen“, so Gerich. Er machte jedoch klar, dass das Geld für die Baumaßnahmen von den Initiatoren des Vorhabens selbst kommen muss. „Da haben wir keine Kapazitäten“, so Gerich.

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