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Sven Gerich soll auf Kosten eines ehemaligen städtischen Managers nach Spanien gereist sein.

Vorteilsnahme

Ermittlungen gegen Wiesbadens OB Sven Gerich

Ende Mai wird der Oberbürgermeister in Wiesbaden neu gewählt. Nun laufen Ermittlungen gegen den SPD-Amtsinhaber Sven Gerich wegen einer Urlaubsreise.

Gegen den Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) laufen Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Wiesbaden mitteilte, beziehen sich die Ermittlungen auf eine umstrittene Urlaubsreise nach Spanien. Gerich hatte sie im April 2014 gemeinsam mit einem inzwischen freigestellten städtischen Manager mitsamt den jeweiligen Lebensgefährten unternommen. Der städtische Manager soll die Reise im Wesentlichen bezahlt haben.

Kurz vorher war er zum Geschäftsführer einer städtischen Holding bestellt worden. Der Mann habe sich inzwischen wegen der Reise selbst angezeigt, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch gegen ihn werde ermittelt. Man habe mit der Reise zwischen seiner Bestellung als Geschäftsführer und Vertragsschluss feiern und Spanien erkunden wollen, heißt es in der Selbstanzeige. Zuvor hatten mehrere Medien über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft berichtet.

Gerich wies die Vorwürfe zurück. Er „verstehe aber natürlich, dass sich die Staatsanwaltschaft der Dinge annehmen muss“, teilte der Oberbürgermeister mit. Er habe Wert darauf gelegt, die Kosten dieser Reise zu teilen. „Mein Mann und ich arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die Staatsanwaltschaft bei ihrer Arbeit unterstützen zu können und haben alle Belege zu damaligen Kreditkarten-Abrechnungen und Abhebungen angefordert“, erklärte Gerich. Er habe die aus seiner Sicht noch offenen Gelder seinerzeit in bar ausgehändigt.

In einer Stellungnahme vor rund zehn Tagen hatte Gerich erklärt, mit dem Mann befreundet gewesen zu sein, er sei jedoch unabhängig von der persönlichen Beziehung zu ihm zum Geschäftsführer bestellt worden. Der gemeinsame Urlaub sei „formal unproblematisch, aber unsensibel“ gewesen, heißt es in der Stellungnahme Gerichs.

Am 26. Mai steht gemeinsam mit der Europawahl in Wiesbaden die nächste Oberbürgermeisterwahl an. An diesem Donnerstag (24.1.) entscheidet eine Mitgliederversammlung der SPD über Gerichs Nominierung als Spitzenkandidat. (dpa)

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