1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Die Skepsis ist verflogen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ute Fiedler

Kommentare

Viele waren skeptisch vor der Eröffnung des neuen Schlachthofs. Doch das Selbstverständnis ist geblieben.
Viele waren skeptisch vor der Eröffnung des neuen Schlachthofs. Doch das Selbstverständnis ist geblieben. © Peter Jülich

Seit November 2012 ist der Schlachthof in seinem neuen Domizil. Die Crew ist nach den ersten Monaten sehr zufrieden - in der neuen Halle ist ein viel breiteres Programm möglich. Die Besucherzahlen liegen auf Rekordkurs.

Zweimal trat Martin Sonneborn im Wiesbadener Schlachthof auf. Zweimal schlotterte der Politiker und Journalist – Sonneborn war unter anderem Chefredakteur der Titanic – während seiner Auftritte vor Kälte. Dann war Schluss. „Ich komme nicht mehr zu euch. Bei euch ist es so kalt“, sagte er. Gerne erzählt Carsten Schack, Vorstand des Vereins Kulturzentrum Schlachthof, diese Geschichte. Vor allem jetzt, nachdem der Schlachthof in seine neuen Räume umgezogen ist. In die neue Halle, in der es nicht mehr kalt ist. Und in der vieles besser ist als früher.

Ja, die Verantwortlichen des Schlachthofs sind zufrieden. Seit 130 Tagen sind sie in ihrem neuen Domizil, 100 Veranstaltungen gab es bislang. Die Skepsis ist verflogen, ob der neue Schlachthof genauso gut angenommen wird wie der alte. „Bislang hatten wir 44000 Besucher. So viele wie in besonders starken Zeiten. Unsere Pläne sind aufgegangen“, sagt Schack.

Im Oktober 2010 musste der Betrieb im alten Gebäude aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. Im November 2012 wurde der Neubau eingeweiht. Zwischendurch tüftelte die Crew an einem bunt gemischten Programm und stellte fest, dass nun viel mehr möglich ist als vorher.

„Wir können nun Veranstaltungen anbieten, die vorher nicht gingen“, sagt Dennis Peters, der sich mit Schack um das Programm kümmert. „Und zum Beispiel Bands einladen, von denen wir früher sicherlich eine Absage erhalten hätten. Jetzt sind die Chancen größer, dass sie hierher kommen.“ Nicht zuletzt wegen der großen modernen Backstage- und VIP-Räume.

Viel gutes Feedback hat die Schlachthof-Crew bereits erhalten. „Vor allem von Mädchen, die nicht mehr so lange an den Toiletten anstehen müssen. Denn es gibt nun einige mehr“, sagt Schack. Und auch das alte Publikum ist seinem Schlachthof treu geblieben. „Jetzt kommen sogar wieder viele Besucher, die früher mal im Schlachthof waren und denen es zwischenzeitlich bei uns nicht so gefallen hat.“

Lob verteilt auch Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU). Es gehe jetzt viel interdisziplinärer zu. Neben den Konzerten gebe es jetzt etwa Tangoabende, inklusives Theater und vieles mehr. Zudem habe sich die Situation im Kulturpark verbessert. Man merke, dass es sicherer geworden sei.

Obwohl alles so gut läuft, stehen jedoch einige, kleinere Veränderungen an. „Wir sind guten Mutes, dass in der Räucherkammer weiter gespielt werden kann“, sagt Peters. Derzeit überprüfe dort die Bauaufsicht die Sicherheit. 2014 soll zudem der Wasserturm mit Gastronomie, Büros und neuem kleinen Veranstaltungsraum fertig sein.

Bis dahin wird in der neuen Halle noch an der Akustik gewerkelt und die Wände dunkler gestrichen. „Damit es clubbiger wird“, sagt Schack – und attraktiver für die Wunschgäste.

Das Programm gibt es unter www.schlachthof-wiesbaden.de

Auch interessant

Kommentare