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Sieben Verletzte bei Wohnhausbrand

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Feuer in der Hollerbornstraße / Einsatzkräfte brechen Wohnungen auf

Von Fabian Siegel

Nur wenig erinnert im ersten Obergeschoss des Wohnhauses in der Hollerbornstraße noch daran, dass hier bis gestern noch eine vierköpfige Familie gewohnt hat. Die komplette Einrichtung, persönliche Gegenstände und Erinnerungen – alles ist heruntergebrannt bis auf die Asche.

Dieses Bild bot sich den Brandgutachtern der Polizei am Donnerstagmorgen, als die Einsatzkräfte abgerückt waren und die Spezialisten sich an ihre Arbeit machten. In den nächsten Tagen werden sie die völlig ausgebrannte Wohnung noch öfter betreten müssen – denn nach Angaben der Polizei wird es schwierig, in dem Berg von Brandschutt die Ursache für den Ausbruch des Feuers zu finden, bei dem in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sieben Menschen verletzt wurden. „Es gibt in der ganzen Wohnung nichts, was unversehrt geblieben ist“, sagte eine Polizeisprecherin. Das mache die Ursachensuche „sehr schwierig und komplex“.

Familie mit Kindern rettet sich

Gegen drei Uhr hatten die Familienmitglieder das Feuer in ihrem Wohnzimmer bemerkt. Das Paar und seine beiden Kinder konnten sich in Sicherheit bringen und schlugen Alarm. Als die Einsatzkräfte eintrafen, seien die Flammen auf der Rückseite des Hauses bereits mehrere Meter hoch aus den Fenstern geschlagen, teilte die Leitstelle der Berufsfeuerwehr mit. „Da auch die übrigen Hausbewohner in Gefahr waren, haben wir sofort mit der Evakuierung begonnen“, sagte ein Sprecher. Da auch nach der Räumung noch Menschen im Gebäude vermutet wurden, hätten die Einsatzkräfte alle Wohnungen aufgebrochen und durchsucht.

Insgesamt seien 23 Personen noch am Ort untersucht worden, sieben mussten nach Feuerwehrangaben mit Rauchvergiftungen in Kliniken eingeliefert werden – darunter laut Polizei auch der 37-jährige Mann, die 29-jährige Frau und die acht- und zehnjährigen Mädchen aus der brennenden Wohnung. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden am Gebäude auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. Hätte die Feuerwehr in der Anfangsphase nicht alles aufgefahren, was möglich gewesen sei, hätte der Schaden deutlich höher ausfallen können, sagte ein Sprecher. „Die Berufsfeuerwehr war mit zwei Fahrzeugen vor Ort, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte“. Während ein Teil der 30 Feuerwehrleute den Brand in der Wohnung mit Atemschutzgeräten bekämpfte, hätten die übrigen Einsatzkräfte die Fassade des Gebäudes mit Löschwasser gekühlt. „So konnten wir verhindern, dass das Feuer auf die übrigen Wohnungen übergreift.“

Einen beachtlichen Anteil daran hatte nach Meinung der Feuerwehr dann auch die sonst so viel gescholtene deutsche Bürokratie. „Dank baurechtlicher Auflagen sind Häuser wie diese sehr massiv gebaut“, sagte ein Einsatzleiter. Außerdem gebe es in den Gebäude umfassende Brandschutzmaßnahmen. „Ein Feuer, egal wie groß, hat gegen die dicken Wände und Brandschutztüren da nur wenig Chancen, sich auszubreiten.“ Die übrigen Bewohner hätten bereits wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können.

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