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Wiesbaden

Sekt für die Chefs, Selters für die Mitarbeiter

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Gewerkschaft möchte für Alkoholindustrie bessere Tarifabschlüsse erreichen

In den Chefetagen der Spirituosenindustrie herrscht Sektlaune, das Geschäft mit Mumm, Chantré, MM Extra, Asbach Uralt und Wodka und anderen alkoholischen Getränken läuft glänzend. Für ihre Beschäftigten indes gibt es nur Selters, denn sie bekommen von den millionenschweren Erlösen viel zu wenig ab. So stellt es Peter-Martin Cox, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) für Hessen und Rheinland-Pfalz, dar.

Cox wird von Mitte Mai an für die 3900 Beschäftigten der Branche die Tarifverhandlungen mit den Vertretern der Unternehmen Henkell, Rotkäppchen, Schloss Wachenheim und anderen führen und sechs Prozent mehr Lohn einfordern. Darauf, dass die Unternehmer ein Plus von 1,6 Prozent mehr anbieten, möchte er sich nicht einlassen.

„Einen Tarifabschluss von sechs Prozent könnten die aus der Portokasse zahlen“, sagt Cox. Denn egal welche Daten man betrachte, Umsätze, Gewinne, Vorsteuerrendite und Eigenkapitalquoten, alle haben sich nach NGG-.Informationen verbessert oder stabilisiert. NGG beruft sich dabei auf öffentlich zugängliche Jahresabschlüsse. Nur die Aussagen über Henkell basieren aufgrund der Rechtsform als Stiftung auf Unternehmensmitteilungen.

Rotkäppchen konnte im Geschäftsjahr 2016/17 ein Plus von 3,3 Prozent Umsatzerlöse verzeichnen, und sich zudem den Prosecco-Hersteller Manufaktur Ruggeri und den Bremer Spirituosenhersteller Eggers & Franke einverleiben. Dass sich der Umsatz des Unternehmens Schloss Wachenheim AG leicht rückläufig entwickelte, sei auf strategische Entscheidungen zurückzuführen. Strukturelle Schwierigkeiten gebe es für den deutschen Markt keinesfalls.

Der international tätige Konzern Schloss Wachenheim habe zudem einen stabilen Jahresüberschuss angekündigt. Die Umsatzzahlen bei Henkell stiegen 2016 um 0,3 Prozent. Das Wiesbadener Unternehmen, das zu 50 Prozent an der Dr. Oetker Holding beteiligt ist, habe zudem für den katalanischen Sekthersteller Freixenet 220 Millionen Euro hinblättern können.

Wer die Sektkorken knallen lässt oder sich einen gepflegten Cognac einschenkt, verschwendet keinen Gedanken daran, was die Menschen verdienen, die dieses Getränk herstellen oder vertreiben. Tatsächlich haben Beschäftigte der Sektkellereien und Spirituosenbranche weniger in der Lohntüte als die in Bierbrauereien und der Nahrungsmittelindustrie.

Der Facharbeiterlohn in einer Brauerei beträgt durchschnittlich 3200 Euro, während eine vergleichbare Tätigkeit in der Sektherstellung nur 2750 Euro im Monat einbringt. Und dies, obwohl die Bierbranche sinkende Umsatzzahlen aufweist, während sich mit Sekt gerade gut Geld verdienen lässt, so Cox. Auch Beschäftigte bei Mineralwasserherstellern und in der Nährmittelindustrie verdienen 100 Euro mehr. Cox würde gerne in der jetzigen wirtschaftlichen Hochphase, in der die Konsumenten für Lebensmittel gutes Geld auszugeben bereit sind, die Beschäftigten besser stellen.

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