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Sechster Herausforderer für den OB

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Torsten Hornung (51)  bewirbt sich für die Partei „Die Mitte“. Er will bei Prestigeobjekten sparen.
Torsten Hornung (51) bewirbt sich für die Partei „Die Mitte“. Er will bei Prestigeobjekten sparen. © privat

OB Helmut Müller (CDU) bekommt für die anstehende Wahl immer mehr Konkurrenz: Jetzt will der eher unbekannte Kandidat Torsten Hornung für die neugegründete Partei "Die Mitte" antreten.

Von Gaby Buschlinger

Das Kandidatenkarussell für die OB-Wahl im Februar hat sich nochmals gefüllt. Mit Torsten Hornung (51) von der erst zu Jahresbeginn gegründeten Partei „Die Mitte“ wollen nun insgesamt vier Männer und eine Frau den Amtsinhaber Helmut Müller (CDU) herausfordern. Sorgen muss sich der 60 Jahre alte Müller wegen Hornung nicht machen. Der 51-Jährige ist den wenigsten Wiesbadenern ein Begriff und politisch bislang nicht in Erscheinung getreten. Achtungserfolge sind lediglich bei SPD-Fraktionschef Sven Gerich (38) und Grünen-Fraktionschefin Christiane Hinninger (51) zu erwarten.

Auch Hans-Jörg Tangermann (46, Piraten) und der parteilose, aber den Linken nahestehende Peter Silbereisen gehören zu den Außenseitern der OB-Wahl. Der 58-jährige Schauspieler und Unterhaltungskünstler, der bereits 2007 OB-Kandidat der Linken Liste war, sagte, er habe die nötige Anzahl von 162 Unterschriften „ungefähr zusammen“, wisse aber nicht, ob alle gültig seien, also von Wahlberechtigten stammen. Deshalb sammle er vorsorglich am Wochenende weiter.

Am 20. Dezember endet um 18 Uhr die Abgabefrist. Laut Wahlamtsleiter Rüdiger Wolf müssen bis dahin alle Unterschriften und Unterlagen geprüft sein. Wer kurz vor Toresschluss eintrudele, riskiere die Nicht-Zulassung.

Hornung hat diese Hürde indes bereits genommen, bestätigte Amtsleiter Wolf. Insgesamt sind damit fünf der sechs Kandidaten rechtzeitig angemeldet. Weitere Interessenten, die Vordrucke für die Unterstützerunterschriften angefordert hätten, gibt es laut Wolf bislang nicht. Für Parteien, die im Parlament vertreten sind, gilt diese Vorschrift nicht.

„Ich möchte gerne als Mensch überzeugen“, schreibt Hornung in seiner ersten Pressemitteilung. Auf seiner Homepage wird der Familienvater deutlicher: „Alle Prestigeobjekte wie beispielsweise Stadtbahn und Stadtmuseum müssen auf den Prüfstand“, schreibt der Münz- und Briefmarkenhändler. Im gleichen Atemzug schränkt er aber ein: „Sparen, ohne zu verzichten.“ Für Nachfragen war der Neueinsteiger am Freitag nicht zu erreichen. Agnes Tistler-Kachel vom Parteivorstand erklärte indes, dass diese Projekte angesichts des Defizits warten könnten. „Schließlich habe wir 13 Heimatmuseen in den Ortsteilen.“

Insgesamt hat die Partei „Die Mitte“, die bundesweit aktiv werden will, laut Tistler-Kachel 20 Mitglieder. Man orientiere sich am Menschenbild des Humanismus. „Wir brauchen Politik ohne Denk- und Redeverbote“, heißt es im Parteiprogramm.

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