Mainz

Schwarze Wolke über Mainz

Bei einem Unfall im Kraftwerk auf den Ingelheimer Auen tritt gefährlicher Kohlestaub aus.

Von Irmela Heß

Eine riesige Braunkohlestaubwolke über dem Müllheizkraftwerk in Mombach beschäftigte gestern die Mainzer Feuerwehr. Auf dem Kraftwerksgelände auf der Ingelheimer Aue war es beim Entladen eines mit Braunkohlestaub beladenen Lastwagens zu einem Unfall gekommen: Weil der Schlauch zwischen Lastwagen und Silo defekt war, traten geschätzt fünf bis zehn Tonnen feinpudriger Kohlestaub aus und wurden laut Feuerwehr bis zu 200 Meter in die Höhe geschleudert. Der Fahrer des Lastwagens bekam den Staub in die Augen und musste zur Behandlung in eine Klinik gebracht werden.

Die Feuerwehr war schnell vor Ort, stoppte den Austritt des Kohlestaubes und konnte die Staubwolke niederschlagen. Aus Sicherheitsgründen wurden die drei Öfen des Müllheizkraftwerkes abgeschaltet. Denn Kohlestaub kann in Verbindung mit Sauerstoff und einer Zündquelle explodieren. Aufgrund der latenten Explosionsgefahr wurde eine Spezialfirma beauftragt, das Gelände zu reinigen.

Im Umkreis des Unfallortes sind mehrere Büros und Freiflächen erheblich verschmutzt worden. Die Folgeschäden durch den Austritt des Kohlestaubs können laut Erklärung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden derzeit noch nicht genau bemessen werden. Die Feuerwehr allerdings schätzt die Höhe des entstandenen Sachschadens auf mehrere Hunderttausend Euro.

Braunkohlestaub bindet, gemischt mit Kalk und Ammoniakwasser, die Schadstoffe aus den Abgasen des Müllverbrennungsprozesses, und wird dann wieder heraus gefiltert.

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