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Schwarzarbeit nimmt zu

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Bußgeldbescheide gingen vor allem an Firmen im Bau- und Ausbaubereich

Sie arbeiten illegal auf Baustellen, auf Wiesbadens Dächern, installieren mal eben einen Anschluss gegen Bargeld – ohne eine Rechnung zu stellen. Oder sie üben eine handwerkliche Tätigkeit aus, ohne in der Handwerkerrolle eingetragen zu sein. Das ist das Verzeichnis, in dem alle Handwerksbetriebe gelistet werden. Im vergangenen Jahr sind im Bezirk der Wiesbadener Handwerkskammer 273 Bußgeldbescheide verhängt worden – 50 mehr als im Jahr zuvor. Das teilt die Handwerkskammer in einer Pressenotiz mit. Vor allem im Bau- und Ausbaubereich erhielten die Betriebe im vergangenen Jahr Post.

125000 Euro betrug die Bußgeldsumme. Im Vorjahr waren es 98600 Euro. Was sich zunächst nach viel anhört, steht jedoch laut Handwerkskammer in keinem Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Schaden, der durch Schwarzarbeit und unberechtigte Handwerksausübung entsteht. Klaus Repp, Präsident der Wiesbadener Handwerkskammer, schätzt, dass etwa 15 Prozent des legal erwirtschafteten Handwerksumsatzes in Ober-, West- und Mittelhessen von etwa 11 Milliarden Euro, also etwa 1,5 Milliarden, durch Schwarzarbeit verloren gehen. „Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt.“

962 Ermittlungsverfahren seien im vergangenen Jahr eingeleitet worden. Im Jahr 2010 waren es 818. Unberechtigte Handwerksausübung und Schwarzarbeit wird von den Städten und Kommunen sowie den Hauptzollämtern verfolgt. Die Arbeit der Verfolgungsbehörden gestalte sich oftmals schwierig, sagte Repp. Bei der Sach- und Personalausstattung bestehe noch Verbesserungsbedarf. (uf.)

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