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Schutz im Netz

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14 Schüler der Hans- und Sophie-Scholl-Schule sind Medienpeers geworden - sie klären ihre Mitschüler über die Gefahren bei SchülerVZ oder Facebook auf. Von Elisabeth Böker

Von Elisabeth Böker

Lisa und Gabriel haben sich getrennt. Wenige Tage danach loggt sich Lisa in das soziale Netzwerk Schüler VZ ein. Sie ist empört. Gabriel hat von ihr ein Bild veröffentlicht, das sie mit vielen Alkoholflaschen zeigt - für jeden Nutzer von Schüler VZ sichtbar. Lisa will sich wehren. Aber was sind ihre Rechte? Das Beispiel ist fiktiv. Doch es gibt täglich unzählige Fälle wie diesen. 14 Schüler der 8. Klasse der Hans- und Sophie-Scholl-Schule beschäftigten sich in einer Projektwoche mit den Gefahren in sozialen Netzwerken und Cybermobbing. Ihr Wissen geben sie an ihre Mitschüler weiter. Als Anerkennung für das Engagement ehrte Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) die Schüler mit Zertifikaten: Sie dürfen sich Medienpeers nennen.

Enrico ist einer von ihnen. In der Freizeit chattet er gerne, bei Facebook, Schüler VZ und Wer-kennt-wen hat er ein Profil. Der schlanke Schüler im Brasilientrikot weiß von den Gefahren im Netz. "Ein Freund hat mir erzählt, dass Bilder von ihm veröffentlicht wurden, die keiner sehen sollte. Seitdem bin ich sehr vorsichtig."

Doch nicht alle seine Mitschüler wussten so gut Bescheid. "Ich hatte lange Zeit meinen Namen als Passwort", berichtet Donika. "Doch als ich erfuhr, wie unsicher das ist, habe ich es gleich geändert. Ein sicheres Passwort besteht aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen", weiß sie nun.

Eine Woche beschäftigten sich Enrico, Donika und ihre Mitschüler intensiv mit den Gefahren des Web 2.0. Geleitet hat das Projekt Verena Ketter vom Amt für Soziale Arbeit, Abteilung Jugendarbeit. "Als Grundlage haben wir die Ausstellung Web 2.0 genommen, die Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule (Wiesbaden) im vergangenen Jahr erarbeitet haben. Anhand dieser Ausstellung lernen die Jugendlichen, wie ein sicheres Passwort ausschaut oder welche Rechte man bei Beleidigungen hat." Zudem haben sie einen Filmclip gegen Cybermobbing und für Sicherheit in sozialen Netzwerken produziert.

Arno Goßmann ist begeistert. "Dadurch, dass ihr als Experten anderen Jugendlichen euer Wissen weitergebt, erreicht ihr viel mehr Jugendliche, als das ein Erwachsener könnte."

Die Medienpeers geben ihr Wissen an 240 Mitschüler der 7. und 8. Klasse weiter. Klassenweise gehen sie für zwei Stunden in die Ausstellung. Spielerisch werden sie informiert. Bei Enrico und Markus sitzen sie in einer Talkshow, schlüpfen in die Rolle von Lisa und Gabriel und sprechen über den Vorfall. Am Ende entschuldigt sich Gabriel.

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