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Schüsse auf ehemaligen Rockertreff

Szene in Rheinhessen immer aktiver

Von Dominic Schreiner

Die Anruferin, die sich bei der Polizei in Alzey meldete, war sehr aufgeregt: „Auf unser Haus ist heute Nacht geschossen worden“, berichtete sie am Donnerstagmorgen gegen sieben Uhr am Telefon.

Brisant: In einem Ladenlokal im Erdgeschoss des Zwei-Parteien-Hauses befand sich bis vor Kurzem das Vereinsheim des Motorradklubs „Bandidos“. Inzwischen soll der Klub aber angeblich innerhalb von Alzey umgezogen sein.

Die Anruferin war bereits kurz vor 2 Uhr durch „einen Knall oder mehrere Schüsse“ wach geworden. Ein weiterer Bewohner des Hauses will gegen vier Uhr drei Autos und mehrere Motorräder im Hof des Anwesens gesehen haben.

In einer der schwarz abgeklebten Scheiben der Räume im Erdgeschoss fanden die Ermittler sechs Einschusslöcher, aufgrund der Größe der Löcher muss es sich bei der Tatwaffe um eine großkalibrige Schusswaffe handeln.

„Unsere Ermittlungen laufen in alle Richtungen, zu den Hintergründen der Tat können wir noch nichts sagen“, betont Pressesprecher René Nauheimer vom vor Ort er-mittelnden Polizeipräsidium Mainz.

Das rheinhessische Hinterland scheint bei Rockerklubs und „Gruppierungen mit ähnlicher Interessenlage“ hoch im Kurs zu stehen: Motorradfahrende Rocker, die sich selbst als „Motorradklub“ bezeichnen, und Gruppierungen wie Streetgangs, die nicht Motorrad fahren, finden sich dort in überraschend großer Zahl.

Neben den Alzeyer „Bandidos“ sind auch die Rocker von den „Outlaws“ in Worms und in Mittenheim mit zwei „Chaptern“ (so werden die örtlichen Niederlassungen der Klubs genannt) vertreten. Darüber hinaus hat sich erst vor Kurzem mit den „Rules 5“ eine mit den „Hells Angels“ befreundete Streetgang in Alzey angesiedelt.

„Wir können uns auch nicht wirklich erklären, warum sich ausgerechnet im Hinterland von Rheinhessen eine solche geballte Ansammlung findet“, sagt Achim Lauer. Lauer ist Chef des Dezernats zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität beim rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt in Mainz (LKA).

Die Ermittler des LKA haben die dortige Klub-Szene fest im Blick. Durch die Bündelung und die sich überkreuzenden Interessen etwa beim lukrativen Türsteher-Geschäft sei eine nicht ganz ungefährliche Konkurrenzsituation entstanden. „Wir sind hellwach“, unterstreicht Lauer. Gleichzeitig betont er: „Von einem Rocker-Krieg kann wirklich keine Rede sein.“

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