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Schiller-Schüler laufen gern

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Der Wettbewerb "Zu Fuß zur Schule" soll den Wiesbadener Schülern Lust aufs Laufen machen. Am besten geklappt hat das an der Schiller-Schule.

Von Sabine Müller

Katharina geht gern zur Schule. Und zwar immer zu Fuß. Ob Dotzheimerstraße oder Zweiter Ring - die Sechsjährige meistert die gefährlichen Innenstadt-Ecken dank Ampeln sicher. Und sie weiß, wo auf ihrem Schulweg andere Erstklässler der Schillerschule wohnen. Da kann sie klingeln. Denn in Gruppen in die Schule zu laufen, "macht gleich doppelt Spaß", sagt sie.

Noch viel mehr Spaß machte es der Erstklässlerin, dass sie gestern im Rathaus zusammen mit anderen Schillerschülern als Siegerin des Grundschulwettbewerbs "Zu Fuß zur Schule" ausgezeichnet wurde. Der Gewinn: eine große gelbe Tonne mit Spiel- und Spaß-Utensilien für den Schulhof .

Den Wettbewerb hatte Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) erstmals ausgelobt. Sie bekomme oft Beschwerden, dass so viele Grundschüler mit dem Auto gebracht werden. Das sollte der Wettbewerb ändern. Und an der siegreichen Schillerschule hat es tatsächlich geklappt. Nach dem einwöchigen Projekt seien viel mehr Schüler zu Fuß gekommen, berichtet Lehrerin Silke Grunwald.

Die Erst- bis Viertklässler gestalteten Werbe-Flyer fürs Laufen, hängten Plakate auf den Schulwegen auf, befragten Eltern, erarbeiteten Laufwege, dichteten mit dem Musiklehrer einen Zu-Fuß-zur-Schule-Song und erdachten sich einen Laufgruppen-Paß.

Jury vergibt drei Preise

In den drückt die Klassenlehrerin jeden Morgen einen Stempel, wenn das Kind per pedes gekommen ist. Begleitend dazu übten die Schillerschüler intensiv die Verkehrsregeln.

Die Grundschüler der Peter-Rosegger-Schule in Igstadt sammelten derweil Steine, Stöcke, Blätter und anderes, was sie auf dem Schulweg fanden, und gestalteten daraus im Kunstunterricht Gips-Bilder. Das war der Jury den zweiten Platz wert. Den dritten Platz belegte die Grundschule Breckenheim mit einem Loblied auf Fitness und Sport.

Scholz möchte den Wettbewerb künftig alle zwei Jahre wiederholen und hofft, dass sich dann mehr Schulen beteiligen. Das würde auch Helga Frey vom Gesundheitsamt freuen. Frische Luft und Bewegung am Morgen und Mittag machten fit für Schule und Hausaufgaben.

Jurymitglied Jürgen Ringlein von der Jugendverkehrsschule rät Eltern, mit ihren Kindern den Schulweg zu trainieren und auf ihr Gefühl zu hören. "Wenn das ihnen sagt, dass ihr Kind das jetzt kann, sollte es alleine gehen." Meist sei das in der zweiten Klasse der Fall. Den letzten tödlichen Verkehrsunfall mit einem Kind habe es in Wiesbaden 1986 gegeben. Im Jahr 2009 seien 40 Kinder im Straßenverkehr zu Fuß oder auf dem Rad verunglückt.

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