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„Lastenverteilung“ aus dem Buch „Das Alter in der Karikatur“ von Franziska Polanski.
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„Lastenverteilung“ aus dem Buch „Das Alter in der Karikatur“ von Franziska Polanski.

Wiesbaden

Opa auf der Rutschbahn

Karikaturen sollen die Beschäftigung mit dem Altern anregen. Bei der Präsentation „Das Alter in der Karikatur“ handelt es sich um eine Wanderausstellung.

Von Irmela Heß

Nein, eigentlich ist es nicht lustig, älter zu werden – jedenfalls dann nicht, wenn man mal drei Viertel des statistischen Durchschnittsalters hinter sich hat. Und erst recht nicht in unserer auf Jugendlichkeit und Fitness gepolten Gesellschaft. Wie gut es aber tun kann, über das Älterwerden auch mal zu lächeln, kann man ab 23. Januar in der Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ im Wiesbadener Rathaus am Schlossplatz erleben. Doch Achtung: Bei einigen der rund 100 Bilder kann einem das Lachen im Halse stecken bleiben.

Werbung für die Ausstellung, die das Amt für Soziale Arbeit nach Wiesbaden geholt hat, findet man auch auf der Internetseite einer Einrichtung, die in Wiesbaden das umfangreichste Angebot für Menschen im fortgeschrittenen Alter präsentiert: Seit fast 25 Jahren bündelt die „Akademie für Ältere“ als eigene Abteilung der Volkshochschule Wiesbaden Veranstaltungen und Angebote von mehr als 30 Institutionen. Die selbst gesteckten Ziele der Akademie: Kultur- und Bildungsarbeit von und mit älteren Menschen fördern und vernetzen, Selbstbestimmtheit und Kontaktmöglichkeiten schaffen, gegenseitiges Lehren und Lernen in die Wege leiten, Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt für ältere Erwachsene fördern.

Und nicht nur das: Vom vier- bis sechsmal im Jahr tagenden Plenum, zu dem alle kooperierenden Einrichtungen einen Vertreter schicken, gehen auch Impulse aus, werden neue Projekte angestoßen, für die ein Bedarf gesehen wird. „Wir wollen nicht nur alle Angebote, die es in Wiesbaden für ältere Menschen gibt, zusammen stellen, sondern geben auch Impulse, die nachhaltig wirken“, sagt Geschäftsführer Heinz Porten.

Denkanstöße geben

Nachhaltig wirken soll auch die Karikaturen-Schau, auf die die Akademie auch auf ihrer Facebook-Seite hinweist. Es ist eine Wanderausstellung, zusammengestellt von der Heidelberger Wissenschaftlerin Franziska Polanski, in der zeitgenössische Karikaturisten wie Gerhard Haderer, Franziska Becker, Gerhard Glück, Greser & Lenz, Marie Marcks, Michael Sowa oder Hans Traxler ihre Sicht des Älterwerdens in unserer Gesellschaft in vielen Facetten zeigen. Und dadurch nicht nur Heiterkeit bewirken, sondern auch Denkanstöße geben.

Da geht es um den mehr oder weniger akzeptierten Verfall des Körpers – um den keiner drum herum kommt, auch Pippi Langstrumpf nicht – , aber auch Pflege, Generationenkonflikte und Demenz finden sich als Thema in den Zeichnungen.

Der Opa, der die Rutsche benutzt, weil er vergessen hat, dass er dement und zu alt für so etwas ist, macht lächelnd – trotz aller Probleme, die Demenz für die Betroffenen und ihre Familien bedeutet.

Die Schau macht deutlich: Viele mögen es nicht wahrhaben, aber niemand kommt um das Altern drumherum – aus jedem Adler-Tattoo auf der Haut wird einmal ein faltiger, zerrupfter Vogel. Gut also, wenn man sich auch schon in jüngeren Jahren mit dem Altern auseinander setzt.

Die Wiesbadener Akademie für Ältere bietet auch dazu jede Menge Gelegenheit, zum Beispiel durch Veranstaltungen, die Kontakte zwischen Generationen fördern. Ihren Zielen – zur gesellschaftlichen Aufwertung des Alters beizutragen, eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in Gang zu setzen, Alter und Tod akzeptieren zu lernen – dient auch ein Besuch der Karikaturenausstellung im Rathaus.

Schließlich gibt es hier auch richtig nette Szenen zu sehen. Die Gesten und Gesichtsausdrücke der Rentner auf der Parkbank, an denen ein berufstätiger Anzugträger vorbei hetzt, zeigen durchaus: Das Alter kann auch schöne Seiten haben.

„Das Alter in der Karikatur“ , ist vom 23. Januar bis 20. Februar, im Rathaus zu sehen: montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr. www.akademie-fuer-aeltere-wiesbaden.de

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