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Ruhiger wird es sicher nicht

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Leben die Wiesbadener auf einem Pulverfass? Kann jeden Moment ein Chemieunfall passieren und eine Giftgaswolke – wesentlich größer als jene Ende August in Oestrich-Winkel – über die halbe Stadt ziehen? Ausschließen kann das angesichts der US-Flieger, die dicht über den Industriepark Kalle-Albert mit seinen Störfallbetrieben hinwegdüsen, wohl niemand.

Von VonGaby Buschlinger

Leben die Wiesbadener auf einem Pulverfass? Kann jeden Moment ein Chemieunfall passieren und eine Giftgaswolke – wesentlich größer als jene Ende August in Oestrich-Winkel – über die halbe Stadt ziehen? Ausschließen kann das angesichts der US-Flieger, die dicht über den Industriepark Kalle-Albert mit seinen Störfallbetrieben hinwegdüsen, wohl niemand.

Denn die Störfallbetriebe im Industriepark InfraServ haben ihren Namen nicht aus Jux und Tollerei. Was passiert, wenn ein vollbetankter Hubschrauber auf Clariant kracht und explodiert, weiß keiner. Wahnsinn, dass das bislang weder Behörden oder die Rathausspitze interessiert hat. Es ist also höchste Zeit für eine Risikoanalyse.

Die spannende Frage ist aber, was aus dem Ergebnis der Risikoanalyse folgt? – Vermutlich erstmal lange Debatten über deren Aussagekraft. Das Kalkül, im bislang vergeblichen Kampf gegen den Lärm der US-Flieger nun den Störfall-Trumpf auszuspielen und die US-Streitkräfte auf diesem Weg zu weniger Flügen zu zwingen, wird nicht aufgehen.

Denn ist es unwahrscheinlich, dass die Schweizer Firma das Gefährdungspotenzial als hoch einstuft. Schließlich sind Hubschrauber und Starrflügler keine Boeings und Airbusse, deren Abstürze ganz andere Ausmaße hätten. Aber selbst wenn ein hohes Risiko bestehen sollte, werden wohl weiterhin die „militärischen Notwendigkeiten“ der US-Streitkräfte höher bewertet werden. Die Behörden werden höchstens den Störfallbetrieben zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen aufbrummen. Immerhin fühlen sich die Wiesbadener dann wieder sicherer. Ruhig schlafen können sie weiterhin nicht.

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