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Rotstift im Sozialamt

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Das Sozialdezernat muss nach Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Wiesbaden rund 39 Millionen Euro sparen. Davon betroffen ist auch das Ferienprogramm. Von Sabine Müller

Von Sabine Müller

Das Sozialdezernat muss nach Informationen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Wiesbaden rund 39 Millionen Euro im Personalbereich sparen. 300 Stellen müssten gestrichen werden, schreibt Verdi-Fachsprecherin Margarete Unkhoff in einer Erklärung. Das Sozialdezernat ist mit rund 1300 Mitarbeitern das größte Dezernat im Rathaus. Rund die Hälfte ist in der Kinderbetreuung als Erzieherinnen eingesetzt, aber auch für Hartz IV und Senioren ist das Sozialdezernat zuständig.

Vom Sparkurs der Jamaika-Koalition betroffen ist laut Verdi auch das Ferienprogramm für Schulkinder. 40 Prozent der Betreuungsplätze sollen nach Verdi-Information gestrichen werden. "Die Eltern sind erbost", schreibt Unkhoff. Viele Mütter und Väter seien auf das Programm "schöne Ferien" angewiesen.

Am Donnerstagabend übergaben Eltern und Gewerkschaft eine Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) im Rathaus. Darin fordern sie die Aufrechterhaltung des Programms und verlangen vom OB, die "soziale Balance in der Stadt nicht aufs Spiel zu setzen".

Die stellvertretende Sozialamtsleiterin Christa Enders bestätigt, dass die Kämmerei dem Sozialdezernat vorgegeben habe, im Personaletat ein "gigantisches Volumen" einzusparen. Von den Kürzungsplänen betroffen seien auch zwei Stellen der Ferienprogrammplanung, die sich fünf Mitarbeiter teilen. Es handle sich um befristete Verträge, die Ende des Jahres auslaufen und möglicherweise nicht verlängert werden. Eine konkrete Entscheidung sei bislang nicht gefallen, sagt Enders.

Das aktuelle Sommerferienprogramm mit 5300 Plätzen sei nicht betroffen. Falls die Stellen wegfallen, wäre das erst im Ferienprogramm 2011 /12 für Ostern, Sommer, Herbst und Winter zu spüren, so die Vize-Amtsleiterin. Die fünf Mitarbeiter seien für Planung, Organisation und Vergabe der Platzkarten zuständig. Ohne sie würde nur knapp die Hälfte des Programms geschafft.

Jede wegfallende Stelle sei schmerzhaft im Bereich Familie und Soziales - zumal bereits eine sechsmonatige Besetzungssperre für freiwerdende Stellen gelte: "Wir müssen viel mehr einsparen, als wir können." Das Ferienprogramm in vollem Umfang könne nur die Politik retten.

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