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Auf der Tanzfläche wurde es zeitweise ganz schön eng.
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Auf der Tanzfläche wurde es zeitweise ganz schön eng.

Schlachthof Wiesbaden

Rollschuh-Disko im Schlachthof

Ein Revival der Rollschuh-Disko im Schlachthof weckt Jugenderinnerungen. Und fast alle, die dabei waren, äußern sich auch online begeistert. Nur Kleinigkeiten werden bemängelt.

Von Jöran Haders

Sieglinde Fürst hat am Samstagabend eine Zeitreise in ihre Jugend gemacht. Um sich noch einmal wie in den 80er Jahren fühlen zu können, ist die Bad Schwalbacherin zum Roll-On in den Schlachthof gekommen. Der Name der Veranstaltung erinnerte an die gleichnamige Rollschuh-Disko, die bis 1988 im Adler-Center in Biebrich existierte.

Doch Sieglinde Fürst hat den Rollschuhboom und das Roller-Disco-Fieber der damaligen Zeit nicht dort miterlebt, sondern in Amerika. „Als junge Frau habe ich elf Jahre in Kalifornien gelebt und bin dort jeden Tag am Strand Rollschuh gefahren“, erzählt sie. Später kaufte sie sich dann Roller-Skates mit einem Autogramm von Britney Spears. Die hatte sie am Samstag zum ersten Mal seit vielen Jahren an den Füßen. „So wendig wie früher bin ich nicht mehr, aber es geht noch“, stellt sie fest und verschwindet auf der Tanzfläche.

Eine Stunde warten am Eingang

Als Steffen Kraft alt genug war, um in eine Rollschuh-Disko zu gehen, gab es das Roll-On schon einige Jahre nicht mehr. Bei dem 36-Jährigen werden daher am Samstag keine Erinnerungen an Jugendtage wach. „Ich bin einfach hergekommen, weil das einmal etwas Anderes ist“, begründet er seinen Besuch im Schlachthof. Auch sonst sei er hier regelmäßig zu Besuch: „Aber eher zu Konzerten als zum Feiern.“

Geduldig hat sich Steffen Kraft gegen 20 Uhr in die lange Schlange vor dem Eingang eingereiht. Eine Stunde musste er warten, um eingelassen zu werden. Jetzt steht er schon wieder an, um sich Rollschuhe auszuleihen. Eigene besitze er nicht und er sei auch kein besonders guter Rollschuhläufer. Um auf der Tanzfläche ein bisschen Spaß zu haben, werde es aber auf jeden Fall reichen.

Im Saal gehört der Mittdreißiger zu den Jüngeren. Die meisten Besucher sind ungefähr im Alter von Manuela Rückert. Als das Roll-On 1983 eröffnet wurde war sie 13. „Ich habe dort meine erste Liebe kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die bis heute halten“, erinnert sich die Initiatorin des Roll-On-Revivals zurück. „Am liebsten würde ich selbst eine Rollschuh-Disko eröffnen“, sagt Rückert.

Wiederholung der Veranstaltung wünschen sich alle

Um das Lebensgefühl von damals wenigstens für einen Abend wieder nach Wiesbaden zu holen, hat sie sich mit einem alten Freund aus Roll-On-Zeiten zusammengesetzt und das Revival organisiert. „Wir haben Sponsoren angesprochen und beim Schlachthof angefragt, ob er uns die Halle zur Verfügung stellt.“ Große Überzeugungsarbeit mussten die beiden beim Schlachthof-Team nicht leisten. „Wir hatten selber schon die Idee, sowas mal zu machen. Aber es gab immer so viele andere Dinge zu tun“, erklärt Schlachthof-Mitarbeiter Carsten Roth.

Dass es durchaus ein Publikum für eine Rollschuh-Disko gibt, war am Samstag offensichtlich. Zwar ist der größte Ansturm gegen 21.30 Uhr vorüber, doch leer wird es auf der Tanzfläche den ganzen Abend nicht. 983 Rollschuh-Fans haben sich das Revival laut der Facebook-Seite der Veranstaltung nicht entgehen lassen. Und fast alle, die dabei waren, äußern sich auch online begeistert. Nur Kleinigkeiten werden bemängelt. So waren beispielsweise die gängigsten Größen an der Rollschuh-Verleihtheke schnell vergriffen.

Dass das Interesse so groß sein würde, hätten schließlich auch die Veranstalter nicht erwartet. Das, was jetzt noch nicht perfekt gewesen sei, könne ja beim nächsten Mal verbessert werden, heißt es. Offiziell ist zwar noch keine Fortsetzung des Roll-On-Revivals angekündigt. Aber auch Initiatorin Manuela Rückert schwärmt: „Das war ein Abend wie ein Überraschungsei – Freunde treffen, Spaß haben und Bewegung.“ Eine Wiederholung ist nach all diesen lobenden Worten zumindest nicht unwahrscheinlich.

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