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Rhön-Geschäftsführer geht

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Der Geschäftsführer der Horst-Schmidt-Kliniken Parwis Fotuhi wird seinen Posten zum Jahresende aufgeben. Gesundheitsdezernent Axel Imholz (SPD) sein bekundet Respekt: „Er hat in großem Tempo viele Veränderungen durchgesetzt.“

Von Christina Franzisket und Silvia Bielert

Der Geschäftsführer der Horst-Schmidt-Klinken, Parwis Fotuhi, wird Ende des Jahres aus seinem Amt ausscheiden. Das teilte der Professor am Dienstag während einer Aufsichtsratssitzung mit. Als Grund nannte der von der Rhön Klinikum AG eingesetzte Geschäftsführer seine familiäre Situation. Er habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren jedes Wochenende zwischen Wiesbaden und Berlin pendeln müssen, um Zeit mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kinder verbringen zu können.

Fotuhi hatte als einer von drei Geschäftsführern der HSK, nach der Anteilsübernahme durch Rhön die Personalleitung und die Aufgabe übernommen, den defizitären Klinikriesen zu konsolidieren: „Mit diesen schweren Aufgaben hat er sich keine Freunde machen können“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Gesundheitsdezernent Axel Imholz (SPD). „Er hat in großem Tempo viele Veränderungen durchgesetzt.“ Trotzdem zollte Imholz Fotuhi Respekt: „Er hat für seine Arbeit unsere Anerkennung verdient.“ Man müsse schauen, wo die HSK vor der Teilprivatisierung gestanden hatten und wo sie heute stehen.

Keine Überraschung

Der mögliche Verkauf der Rhön-Anteile an Fresenius-Helios hatte die Zukunft der beiden Rhön-Geschäftsführer an den HSK, Parwis Fotuhi und André Eydt, unsicher gemacht: „Es ist anzunehmen, dass Helios bei einer Übernahme in der Führung personelle Veränderungen vornehmen wird“, so Imholz. Zudem habe es für Fotuhi „einige Hinweise“ gegeben, dass sein Auftrag nur auf Zeit sei. Sein Ausscheiden findet Imholz daher „nicht wirklich überraschend“. Auch wenn Fotuhi seiner eigenen betriebsbedingten Kündigung als Geschäftsführer der HSK Klinik GmbH zuvorkommt, manch Mitarbeiter bewertet seinen Rückzug dem Vernehmen nach als Fahnenflucht.

Der 47-Jährige wurde wegen seiner Personalpolitik massiv kritisiert. Unter seiner Führung hatten mehrere Chefärzte das Haus verlassen. Zuletzt kündigten die renommierten Klinikdirektoren Dietmar Lorenz und Christian Ell. Auch die Belegschaft hatte sich seit der Teilprivatisierung verringert und die Hygienebedingungen verschlechtert. Zuletzt scheiterten die Rhön-Geschäftsführer vor dem Arbeitsgericht Wiesbaden bei dem Versuch, die Betriebsratsvorsitzende der Tochtergesellschaft HSK Service zu kündigen. Zudem flattern dem Betriebsrat reihenweise Anträge auf Einstellung von Leiharbeitnehmern auf den Tisch, während befristete Verträge der Stammbelegschaft nicht erneuert werden.

Zusammen mit seinem Kollegen André Eydt hatte Fotuhi die Zusammenlegung der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) – sie gehört dem Rhön-Konzern zu hundert Prozent – und des Maximalversorgers HSK auf einem rund 200 Millionen Euro teuren Gesundheitscampus in Dotzheim forciert und in diesem Zusammenhang auch drei Abteilungen in der Verwaltung aufgelöst. Seine Funktion als Personalleiter des Rhön-Konzerns hatte Fotuhi im Juni 2013 laut Rhön abgegeben.

Bis Ende des Jahres muss die Stadt entscheiden, ob sie dem Verkauf der 49 Prozent Rhön-Anteile an Fresenius-Helios zustimmt. Dieser Schritt ist wahrscheinlich. OB Sven Gerich (SPD) hatte die Rekommunalisierung kürzlich ausgeschlossen – wegen der bestehenden Verträge mit Rhön. Der Verkauf würde dann zum 1. Januar 2014 rechtsgültig. Über einen Nachfolger für Fotuhi könne erst gesprochen werden, wenn die Verhandlungen mit Helios abgeschlossen seien, so Klinikdezernent Axel Imholz.

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