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Am Rheinufer tut sich was

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Von: Ute Fiedler

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Auch das Rheinufer an der Reduit wurde bereits aufgewertet und neu gestaltet.
Auch das Rheinufer an der Reduit wurde bereits aufgewertet und neu gestaltet. © Sascha Rheker

Es tut sich was am Rheinufer. Das so genannte Entwicklungskonzept wird konsequent umgesetzt. Insgesamt zwölf Projekte werden oder sind bereits realisiert.

Es war einmal vor einigen Jahren, da wollten die Städte Mainz und Wiesbaden zeigen, wie eng ihre Freundschaft ist, und eine gemeinsame Bundesgartenschau auf die Beine stellen. Es wurde geplant, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben – und die Pläne wieder verworfen. Und so flossen die Ergebnisse der Studie in ein Rheinuferentwicklungskonzept, das die Stadtverordneten 2012 beschlossen haben und die Stadt Wiesbaden konsequent verfolgt.

Zwölf Projekte entlang der Flüsse Rhein und Main in der hessischen Landeshauptstadt stehen auf der Agenda. Einige sind bereits weit gediehen, für andere wurde nun der Startschuss gegeben. So plant die Stadt Wiesbaden, das ehemalige Kies-Menz-Gelände von Mainz zu kaufen. Laut Thomas Metz, Leiter des Stadtplanungsamts, haben die Mainzer bereits ihre Zustimmung beschlossen. Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) hatte im jüngsten Planungsausschuss erklärt, dass sie Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) geraten habe, „zuzugreifen“.

Auf dem Gelände „Am KranSand“ soll ein Nutzungsmix aus Spielpark, Event, Natur und Sport sowie Natur und Ruhe entstehen. Wann es dort losgeht, ist noch unklar. Erst müssen laut Metz die Verträge unterzeichnet werden. Die Untersuchungen und Planungen laufen aber bereits.

Neues Wohnquartier mit etwa 700 Einheiten

Die Gestaltung des Geländes diene auch dazu, das Areal an der Reduit „zu entzerren“. Vor allem in den Sommermonaten sei dort viel los, sagt Metz. Das Umfeld der Reduit wurde als erster Projektteil im Jahr 2012 fertig gestaltet. Ein zweiter Teil, die Verbindung zum Lindequartier, müsse noch geschaffen werden. Und das gestaltet sich laut Metz schwierig: Es müssten „einige Bahnflächen erworben“ werden, die Verhandlungen seien zäh.

Auch die Entwicklung des Lindequartiers in Kostheim geht derzeit nicht so voran, wie sich das der Stadtplaner wünscht. Dort soll ein neues Wohnquartier mit etwa 700 Einheiten entstehen – inklusive sozialem Wohnungsbau. Eigentlich sollten im Oktober die Bürger während einer Infoveranstaltung in den Prozess mit einbezogen werden. Aber zu dieser Veranstaltung sei es nicht gekommen. „Wir sind mitten im Planverfahren. Es wird noch einige Zeit dauern, bis es dort losgeht.“

Abwarten heißt es derzeit auch an der Wiesbadener Straße . „Erst muss die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das US.Militärgelände ,Kastel-Housing‘ freigeben“, sagt Metz. Erst wenn die Planungshoheit in städtischen Händen liege, könne losgelegt werden. Doch zunächst sollen in Kastel-Housing voraussichtlich im Frühjahr 2016 Flüchtlinge untergebracht werden.

Wohnungen sollen auch auf dem ehemaligen Clemens-Gelände an der Wiesbadener Straße entstehen. „Das Areal gehört einem privaten Investor, der entgegen ursprünglich anderer Planungen jetzt die Strukturkonzeption der Stadtplanung umsetzen will“, sagt Metz.

Mit dem Quartier Dyckerhoffstraße will das Rahmenkonzept Amöneburg an den Rhein bringen, erläutert Metz. Doch auch da hake es, vor allem weil Industrie mit Wohnbau nur schwer vereinbar sei. Sicherheitsabstände müssten eingehalten werden. Aus Abstimmungsgründen, unter anderem mit dem Regierungspräsidium, werde das Projekt erst in den kommenden Jahren realisiert werden können.

Weiter vorangeschritten hingegen ist der Grünzug mit der neuen Glarusstraße am Industriepark Infraserv . Der ist laut Metz ebenfalls entstanden, um Industrie und Wohnbebauung voneinander zu trennen. Im nächsten Jahr solle dies abgeschlossen werden, wenn die Glarusstraße durchgängig an die Wiesbadener Straße angebunden und die Albertstraße aufgegeben worden ist.

Die Neugestaltung der Rheinuferpromenade in Biebrich nach Osten wird weitergeführt. Die Planungen des Quartiers Rheingaupalais in Schierstein würden derzeit umgesetzt. Einzig die Umgestaltung des Zollspeichers fehle noch, werde aber derzeit realisiert.

Abwarten und Brücken neu bauen heißt es hingegen ein Stück weiter in Richtung Schierstein. Denn auch der Neubau der Schiersteiner Brücke fällt in das Rheinuferentwicklungskonzept, speziell Radwege und Lärmschutz müssen die Stadtplaner konzipieren und das gehe laut Metz natürlich erst dann, wenn die Brücke stehe – voraussichtlich 2019.

Als „langwierig“ gestalten sich laut Metz auch Planungen für den Schiersteiner Osthafen . Man sei in „guten“ Gesprächen mit den Firmen. Die Stadtverordneten haben jüngst die Voraussetzungen beschlossen, dass die Bauleitplanung aufgestellt werde könne, um auf dem Gelände möglichst schnell Baurecht unter anderem für weitere Büronutzungen zu schaffen.

Bleibt noch der Grünzug zwischen dem Areal der Firma SCA und Alt-Kostheim mit dem Regionalpark-Turm am Main. Ein Teil ist laut Metz bereits umgesetzt, die Fortsetzung solle im kommenden Jahr realisiert werden. Dort solle ebenfalls ein Naherholungsgebiet entstehen, um das Leben entlang der Flüsse aufzuwerten – ganz so, wie es das Rheinuferentwicklungskonzept eben vorsieht.

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