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"Es reißt sich niemand um diesen Posten"

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Wiederwahl von Horst Klee als CDU-Parteichef gilt als sicher. Seit 23 Jahren Vorsitzender

Alles andere als hitzig oder überraschend wird der Kreisparteitag des Koalitionspartners ebenfalls am Samstag allerdings in Bierstadt ausfallen: Horst Klee (72) kandiert wieder für den Parteivorsitz, und mangels Gegenkandidaten wird er auch diesmal wieder mit großer Mehrheit gewählt werden. „So lange ich gesund bin, den Elan, das Temperament und die Freude an dem Amt habe, so lange gehe ich auch nicht aus der Verantwortung“, sagt Klee, der hauptberuflich Landtagsabgeordneter ist. Es reiße sich niemand um diesen zeitaufwendigen Posten: „Die Partei weiß, was sie an mir hat.“ Klee macht den Job seit nunmehr 23 Jahren. Er führt seit Jahrzehnten sein Amt ohne großes Aufsehen, hält Koalitionspartner gekonnt in Schach und hat ein Händchen für Nachwuchs bewiesen.

Sein Zögling Astrid Wallmann konnte 2009 bei der Landtagswahl ihrem SPD-Kontrahenten Ernst-Ewald Roth das Direktmandat abluchsen. Und die ehemalige Bundesministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul (SPD) verlor im gleichen Jahr bei der Bundestagswahl ihren Wahlkreis an Kristina Schröder, die heute Bundesfamilienministerin ist.

Kristina Schröder wird denn auch auf dem Parteitag am Samstag als Gastrednerin kommen. Inhaltliche Kontroversen wie beim Koalitionspartner SPD erwartet Klee bei seiner Partei nicht.

Das Bürgerbegehren gegen den Teilverkauf der Horst-Schmidt-Kliniken findet Klee denn auch „populistisch“, weil die Verkaufsgegner kein vernünftiges Finanzierungskonzept böten. „Die Stadt kann nicht einfach Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro in die Klinik stecken“, sagt Klee. Und wenn die hinfälligen Rhein-Main-Hallen nicht neu gebaut würden, dann würden sich die wirtschaftlichen Einbußen durch den Wegfall des Messe- und Kongressbetriebes negativ im Haushalt der Stadt niederschlagen. „Beide Probleme müssen gelöst werden, da bin ich gnadenlos“, sagt Klee. Den parteiinternen Zoff beim Koalitionspartner SPD sieht er gelassen: „Die SPD ist durch den Koalitionsvertrag ein Stück weit gebunden.“

Auch Personalfragen drücken die CDU derzeit nicht. Die Kandidaten für Bundes-, Landtags- und die OB-Wahl stehen fest, erneut werden Schröder, Wallmann und er selbst sowie OB Helmut Müller antreten. Der Parteitag wird also nicht ausufern. Im Gegenteil: „Ich muss mit Frau Schröder um 14 Uhr den Flieger nach Berlin bekommen.“ Die beiden gehören der Bundesversammlung an, die am Sonntag in der Hauptstadt den neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck wählt. (byb)

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