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Die noch leere Galerie.
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Die noch leere Galerie.

Mauritiusgalerie

Raus aus der Schmuddelecke

In der zweiten Novemberwoche starten die Umbauarbeiten für die seit Jahren leerstehende Mauritiusgalerie. Die Stadt- und die Musikbibliothek ziehen 2014 ein. OB Müller ist zuversichtlich, Geschäfte wieder dorthin ziehen zu können.

Von Gaby Buschlinger

Jetzt geht’s wirklich los: Die seit Jahren leerstehende Einkaufspassage Mauritiusgalerie am Rande der Fußgängerzone wird umgemodelt. Anfang 2014 werden hier die Stadt- sowie die Musikbibliothek und das Medienzentrum einziehen. Diesen ehrgeizigen Zeitplan teilten Oberbürgermeister Helmut Müller sowie Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (beide CDU) am Donnerstag im Rathaus mit.

„Die Galerie wird dann keine Galerie mehr sein“, sagte Müller. Alle Geschäfte und auch die Rolltreppe kommen raus aus der ehemaligen Einkaufspassage, in die sich kaum Passanten verirrt hatten. Mehr Betrieb erhoffen sich Müller und Scholz in dieser Schmuddelecke von den Bibliotheken. Schließlich verzeichnet allein die Stadtbibliothek, die von den Wiesbadenern gern als Stabi abgekürzt wird, pro Tag 1400 Besucher.

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Und die sollen sich nach dem Umbau und Umzug wieder richtig wohl fühlen zwischen Büchern, Filmen und Tonträgern. Das bisherige Domizil in der Neugasse platzt nämlich seit langem aus allen Nähten, die Metallregale sind schäbig, die Fenster undicht und die Gänge schmal, es gibt keine richtigen Leseecken, geschweige denn ein Café. Das soll sich alles ändern, sagt Scholz.

Lesecafé und Jugendecke

Vor allem familienfreundlich und kundenorientiert solle die neue Zentralbibliothek werden. Neben einem Lesecafé, einem Kinderbereich, einer Jugendecke und einem Veranstaltungsraum sei auch ein Außenterminal geplant, damit Ausgeliehenes rund um die Uhr zurückgegeben oder verlängert werden kann.

Wichtigste Änderung wird das Schließen der bisherigen Zugänge in der Mauritiusstraße und am Michelsberg sein. „Der einzige Eingang befindet sich dann in der Mitte der Hochstättenstraße bei dem ehemaligen Antiquariat“, sagte Müller. Derzeit ist hier alles vergittert, die Hochstättenstraße düster und verwaist. Wenn hier der einzige Eingang liege, werde diese tote Ecke belebt, so das Kalkül der Planer. Deshalb solle auch der winzige Parkplatz schräg gegenüber, der vom Walhalla genutzt wird, zum öffentlichen Platz werden. -Dank des Aufzugs werde die Zentralbibliothek barrierefrei. Die drei Ebenen, die dem Gefälle zwischen Michelsberg und Mauritusstraße geschuldet sind, bleiben, sagte Müller.

Zwar müssen sich Bücher, Notenhefte, DVDs und CDs künftig 4800 Quadratmeter teilen. „Aber dank gemeinsam genutzter Bereiche wie Empfang, Veranstaltungsraum, Garderobe und Lesesaal gewinnen alle drei Institutionen an Platz“, sagte Scholz. Und für Nutzer sowie Einkaufsbummler wird es ein schnuckliges Plätzchen zum Verweilen geben, so Müller.

Wieder interessante Lage

Rund 10,5 Millionen Euro werden die Umbauten kosten, die neue Einrichtung samt IT-Equipment 2,7 Millionen Euro, sagte Rainer Schäfer. Der Geschäftsführer der städtischen Holding WVV leitet zusammen mit der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) das Projekt. Mit den Planungen wurde das Architekturbüro Lenfeld & Willisch aus Darmstadt betraut. Doch die Steuerzahler würden nicht mehr als bisher belastet, sagte Müller. Denn mehr Miete als jetzt – rund 528.000 Euro im Jahr – werde das Kulturamt nach der Zusammenlegung der drei Institutionen nicht bezahlen. Die Summe bleibe unverändert, nur überweise das Kulturamt diese künftig an die WVV, die schließlich den Kredit für das Vorhaben aufnehme.

WVV-Geschäftsführer Rainer Schäfer muss nun zusehen, dass er einen Mieter für den angegliederten Gewerbebereich von 2500 Quadratmetern Fläche findet. Denn die Kalkulation basiert auf diesen Einnahmen. Schäfer zeigte sich aber zuversichtlich, denn mit dem Bibliotheksbetrieb werde die „1b-Lage“ für Geschäftsleute interessant.

Die Mauritiusgalerie war von der Stadt Ende 2010 gekauft worden. Eine konkrete Summe hatte Müller nie genannt. Er sagte nur, dass die Immobilie dank des dazugehörigen Achat-Hotels, der Eigentumswohnungen und des Parkhauses „kein Minusgeschäft“ geworden sei.

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