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Raus aus dem Container

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Nach dem Spatenstich ist nun endlich der Bezug einer neuen Kita in Sicht.
Nach dem Spatenstich ist nun endlich der Bezug einer neuen Kita in Sicht. © Michael Schick

Der Spatenstich für den Neubau der Kita am Geschwister-Stock-Platz gibt Eltern und Kindern neuen Mut. Der Umzug raus aus den Containern in ein neues Gebäude ist nach langer Wartezeit endlich in Sicht.

Von Helena Henzel

Vor lauter Aufregung konnte er gestern kaum einschlafen, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Jana Brömmel und schaut zum fünfjährigen Jaromir. Er und sechs andere Kinder helfen den Stadtpolitikern und Projektbeteiligten beim Spatenstich für die neue Kita, schippen im Gegensatz zu den Erwachsenen jedoch auch nach dem symbolischen Akt weiter fleißig Sand auf der Baustelle am Geschwister-Stock-Platz.

Sehnsüchtig erwartet

Nach fünf Jahren Containerleben ist für die 110 Kinder der Kita am Geschwister-Stock-Platz endlich der Umzug in Sicht. Ende des Jahres sollen sie in den neuen Bau einziehen können, der dort entsteht, wo bis 2009 noch die alte Kita stand. „Es war ein quälender Prozess, das sollte nicht verschwiegen werden“, sagte Bürgermeister Arno Goßmann (SPD) beim Spatenstich am Donnerstag. Umso mehr sei dieser nun ein „Tag der Freude“.

Besonders die Kinder freuen sich. Nicht nur, dass sie auf einer echten Baustelle Sand schippen dürfen, auch die neue Kita wird sehnsüchtig erwartet. „Containerzeit ist nun vorbei, und so kommt die Freud herbei“, sangen sie auf die Melodie von „Alle Vögel sind schon da“. Die neue Kita wird aus einem Pavillon im Erdgeschoss und einem Untergeschoss bestehen, das quasi unter die Erde gebaut wird. Dafür wird fünf Meter tief Erde ausgehoben. „Das war der Kompromiss, damit hier gebaut werden darf“, erklärt Baudezernentin Sigrid Möricke (SPD). Schließlich liegt die Baustelle im Kulturdenkmal Reisinger-Anlagen.

Trotz der Freude über den Baubeginn am alten Standort äußern die Eltern Kritik. „Wir sind nach wie vor kritisch, was die Tieflegung und die Glasfassade angeht“, sagt Brömmel. Sie kann sich vorstellen, Blicke von außen durch die Glasfassade mit Möbeln, Vorhängen oder Beklebungen zu verhindern. „Zur Not kriegen die Kinder Fingermalfarbe“; sagt sie und lacht. Peter Maurer kennt das Problem. „Wir werden da über Möblierung reagieren“, sagt der Leiter des Hochbauamtes. Ein Sonnenschutz und der Abstand zur Straße von etwa sieben Metern sollen ebenfalls vor neugierigen Blicken in den Pavillon schützen.

Der Pavillon wird drei U3-Gruppen mit je zehn Kindern beherbergen. Die Schlafräume werden geschlossen auf den Innenhof ausgerichtet. Im Untergeschoss werden die Elementargruppen, etwa 80 Kinder, untergebracht. Durch den Innenhof wird genügend Licht in die Räume dringen, ist Maurer sicher.

Bis zu drei Wochen wird es dauern, die Erde auszuheben. „Das muss jetzt alles schnell gehen“, sagt Projektleiterin Andrea Waschhauser-Kolb vom Hochbauamt. Wenn die Rhein-Main-Hallen ab August abgerissen werden, werden die Kinder das in den Containern daneben noch miterleben. Die Eltern fürchten Lärm- und Staubbelastung. „Die Ämter haben uns bereits Ansprechpartner zugesichert“, so Brömmel.

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