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Beim Projekt wird auch mal Rasen gemäht.
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Beim Projekt wird auch mal Rasen gemäht.

Wohnen

Rasen mähen statt Miete zahlen

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
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Beim Projekt „Wohnen für Hilfe“ werden junge Menschen an Senioren vermittelt.

Wenn nichts passiert, sitzt Emma Ende April auf der Straße. Die 22-jährige Kenianerin macht derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Altenhilfe beim Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau (Evim). Bislang konnte sie bei Freunden wohnen, doch die ziehen nun weg. Jetzt setzt sie all ihre Hoffnungen auf das Projekt „Wohnen für Hilfe“, das ältere und jüngere Menschen zusammenbringt.

Die Idee ist, dass Senioren Wohnraum anbieten und Studenten oder FSJler kostenfrei in ihrem Haus wohnen lassen. Im Gegenzug helfen die unter anderem im Haushalt oder im Garten. Wie viele Stunden sie arbeiten, hängt von der Wohnfläche ab: pro Quadratmeter ungefähr eine Stunde im Monat.

Neu ist das Projekt nicht. Es gibt es bereits seit einiger Zeit in einigen Universitätsstädten. Vor zwei Jahren war es von Renate Weil und Günter Schuld in Wiesbaden angestoßen worden und dann mit der Stiftung Bürgersinn, dem Volksbildungswerk Klarenthal, der Hochschule Rhein-Main und dem Seniorenbeirat umgesetzt worden. Seit Kurzem ist auch die Evim an Board.

War es zunächst nur für Studenten gedacht, wird es jetzt auch auf FSJler ausgeweitet. Und der Bedarf ist da, sagt Karin Falkenberg von der Evim, die viele Altenhilfeeinrichtungen betreibt. „In Wiesbaden gibt es viele große Häuser und viele ältere Menschen, die manchmal auch vereinsamen. Auf der anderen Seite haben wir bei uns FSJler wie Emma, die sich eine Wohnung nicht leisten können. Da versuchen wir zu handeln.“

Bislang konnten die Verantwortlichen zweimal erfolgreich vermitteln. Und es lief gut, sagen sie – trotzdem Studenten und FSJler nicht ungestört Party feiern oder nachts sturzbetrunken nach Hause kommen können. An oberster Stelle steht gegenseitige Rücksichtnahme. „Und auch der Senior muss tolerant sein“, sagt Gabriela Jérome von Bürgersinn. So wird vorher genau ausgehandelt, wieviel und was gearbeitet wird. „Als Haushaltshilfe soll niemand ausgenutzt werden.“

Emma hätte zwar lieber allein gewohnt, aber sie freut sich über eine solche Möglichkeit und hofft, dass sie so in Deutschland bleiben kann. Vor zwei Jahren war sie als Au-Pair nach Rossbach gekommen, dann entschied sie sich ein FSJ zu machen. Danach will sie bei der Evim eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen. Vorausgesetzt, es meldet sich jemand, der sie bei sich gegen Hilfe wohnen lassen will.

Interessierte können sich unter Telefon 0611/36085676 oder per E-Mail an dialog@buergersinn-wiesbaden.de wenden.

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