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Der Rambach wird gezähmt

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Der fertiggestellte Rambach-Abschnitt im Ortskern von Sonnenberg.
Der fertiggestellte Rambach-Abschnitt im Ortskern von Sonnenberg. © Michael Schick

Auf dem Hofgartenplatz sollen bald wieder die Bürger ihre Füße im Wasser baden können. Der Rambach, der dort zurzeit noch unterirdisch verläuft, wird wieder ans Tageslicht geholt und gleichzeitig hochwassersicher gemacht.

Von Gesa Fritz

Der 28. März 1999 war ein schwarzer Tag für Sonnenberg. Starker Regen ließ den sonst eher als harmlosen Gesellen bekannten Rambach stark anschwellen. Als sich dann noch Äste und Stämme unter den Brücken verkeilten, gab es für den Bach kein Halten mehr: Er trat über die Ufer.

Etwa kniehoch stand damals der Hofgartenplatz unter Wasser. Zahlreiche Keller und Erdgeschosswohnungen liefen voll. Die Mehlvorräte eines Bäckers wurden geflutet, ebenso wie die Schließfächer einer Bank samt Inhalt. Unter Wasser wurde auch das Kurhaus gesetzt. Ein Tag dauerte der Spuk, dann ging das Wasser zurück und hinterließ stinkenden Schlamm und Unrat.

„Was damals passiert ist, war sehr besorgniserregend“, sagt Bürgermeister Arno Goßmann (SPD). Die Stadt reagierte. Finanziell unterstützt vom Land wird der Bach seit 2002 auf der Länge von 330 Metern hochwassersicher gemacht. Der erste Abschnitt, für den rund vier Millionen veranschlagt sind, soll im Frühjahr fertig sein.

Land gibt Geld

Gestern übergab Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) einen Förderbescheid in Höhe von 1,13 Millionen Euro für einen zweiten Abschnitt an Goßmann. Den Rest der rund vier Millionen Euro übernimmt die Stadt.

Der zweite Abschnitt, mit dem 2014 begonnen werden soll, konzentriert sich ganz auf den Hofgartenplatz. Noch wird der Rambach kurz vor dem Platz komplett in einen unterirdischen Kanal eingeleitet. In Zukunft soll ein Teil des Gewässers abgezweigt werden und überirdisch auf dem Platz verlaufen. Auf diese Weise verringert sich das Risiko, dass sich das Gewässer im Kanal staut.

Das neue Bachbecken soll mit Sitzflächen gestaltet und begrünt werden. In dem etwa 20 Zentimeter tiefen Geplätscher können künftig die Anwohner ihre Füße baden. Ortsvorsteher Werner Jopp (CDU) glaubt, dass auch eine alte Sonnenberger Tradition wieder belebt wird: „Früher gehörte es einfach dazu, dass jedes Kind mal in den Rambach fiel.“

Parkdauer wird begrenzt

In einem Zug soll auch die Parksituation auf dem Platz verändert werden. Noch kann hier relativ wild und vor allem zeitlich unbegrenzt geparkt werden. Das führt laut Ortsvorsteher dazu, dass Pendler ihre Fahrzeuge für den ganzen Tag abstellen – zum Nachteil der anliegenden Geschäfte, deren Kunden nicht immer problemlos einen Abstellplatz für ihr Auto fänden. Die Parkdauer soll mit Parkscheiben zeitlich begrenzt werden.

Im ersten, bald fertigen Abschnitt wurde der Bachlauf oberhalb des Platzes neu gestaltet. Bachbett und Brücken wurden verbreitert, sodass Äste nun leichter mitschwimmen. Die Mauern wurden höhergezogen, neue Notüberläufe geschaffen. Schwillt der Bach erneut an, können nun Schleusen zu den Ausweichbecken geöffnet werden.

Auch optisch hat der Rambach gewonnen. Wo früher nackter Beton oder stark unterspülter Bruchstein das Wasser begrenzte, stehen nun rötliche Steinmauern. Derzeit entsteht aus einem vormals zugemüllten Hang noch ein kleiner Platz, auf dem sich einmal die Bürger sonnen und von einem kleinen Balkon aus den Blick auf den Bach und hinüber zur Burg genießen können.

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