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Wiesbaden

Ralph Schüler kämpft um seine Ehre

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Früherer Wiesbadener Holding-Chef klagt gegen seine fristlose Kündigung.

Bereits bei der Entscheidung im Dezember 2018, Ralph Schüler als Geschäftsführer der Wiesbaden Holding (WVV) fristlos zu entlassen, hatten einige im Aufsichtsrat Zweifel an der Rechtmäßigkeit. CDU und Grüne stimmten gegen die Kündigung, SPD und FDP dafür. Beide Gruppen werden mit Spannung auf die nächsten Monate blicken. Schüler hat im November beim Landgericht Wiesbaden Klage gegen seine Kündigung eingereicht. Dies könnte für die Holding teuer werden. Schüler fordert die Summe, die er bis zur Altersgrenze im Oktober 2024 verdient hätte: 1,6 bis zwei Millionen Euro.

Der Kaufmann, der seit 2014 die WVV erfolgreich führte, war entlassen worden, weil der Aufsichtsrat glaubte, er habe gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen und Geschäfte zum Nachteil der Stadt gemacht. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit Medienberichten, die Schüler Vergehen nachsagten, die späteren Prüfungen nicht standhielten. Inzwischen stellte nicht nur die Revision des Stadtkonzerns fest, dass die Kündigungsgründe haltlos sind. Auch die vier staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den 63-Jährigen, davon zwei wegen Untreue zulasten der WVV und der Wiesbadener Jugendwerkstatt (WJW), wurden wegen Mangel an Beweisen niedergelegt.

Für Schüler ist die Klage der Versuch, sich zu rehabilitieren. Er sieht sich als Opfer einer Kampagne, das unverschuldet in einen Strudel von Vorwürfen geraten ist. „Ich rechne mir gute Chancen aus, denn ich habe nichts gemacht, weder Scheinehen vermittelt noch Bernhard Lorenz Geld überwiesen“, sagt er der FR.

Bernhard Lorenz, inzwischen sein Rechtsanwalt, führt neben den inhaltlichen Gründen, - dass sich Schüler nichts habe zu- schulden kommen lassen-, auch formelle für die Unrechtmäßigkeit der Kündigung an. Dass Ex-Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) als WVV-Aufsichtsratsvorsitzender die Entlassung unterschrieb, hält Lorenz für fehlerhaft. Nur die Gesellschafterversammlung hätte sie aussprechen dürfen. Da Schüler zur Hälfte auch Geschäftsführer der Gewerbeimmobiliengesellschaft und der WJW war, hätten alle drei Gesellschaften gleichzeitig kündigen müssen. Zudem ist es laut Lorenz möglich, dass wegen einer illegalen Vertragskonstruktion zur Arbeitnehmerüberlassung Schüler noch angestellt ist.

Im Zusammenhang mit der Klage hat der Rechtsanwalt der Stadt, Reinhard Claus, sein Mandat niedergelegt. Der FR gegenüber nennt er formale Gründe. Da die WVV-Satzung von ihm beurkundet worden sei, sieht er einen möglichen Interessenkonflikt, wenn er sie im Zuge des Verfahrens auslegen müsse. Claus gehört zu den Personen, die davor gewarnt hatten, Schüler fristlos zu kündigen.

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