1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Die Pyramide der Schürmanns

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Pyramide der Schürmanns sorgt auf dem Sternschnuppenmarkt für Atmosphäre. Viele Jahre lang haben Petra Schürmann und ihr Sohn Felix an den Details getüftelt und viel investiert, um ihren Stand in Pyramidenform zu präsentieren.

Von Kristina Staab

Ganz oben stehen zwei Nussknacker in roten Uniformen, eine Etage tiefer die Heiligen Drei Könige, darunter Maria und Josef mit dem Jesuskind; sobald es dunkel wird, leuchten 1200 Lampen auf, und die Pyramide beginnt sich zu drehen. Der weihnachtliche Zauber gehört zum Glühweinstand des Wiesbadener Familienunternehmens Schürmann. Noch bis heute Abend kann die Pyramide bewundert werden. Dann endet der Sternschnuppenmarkt und die Aussteller bauen ab. Etwa 130 waren in diesem Jahr nach Angaben der Stadt vor Ort.

Wie viele Besucher den Markt besucht haben, darüber gibt es keine exakten Zahlen. Doch die Anzahl der Reisebusse, die die Gäste in die Landeshauptstadt brachten, lässt darauf schließen, dass es sehr viele gewesen sein müssen. Nach Mitteilung der Stadt hätten mehr als 300 Reisebusse Wiesbaden angefahren. Um die Gäste vor Taschendieben zu schützen, hat die Polizei mit der Stadt in diesem Jahr nach einem neuen Sicherheitskonzept agiert. Man habe die Präsenz der Beamten erhöht, heißt es aus der Pressestelle der Polizei. So habe man in diesem Jahr deutlich weniger Taschendiebstähle als in den Vorjahren verzeichnet.

Auch im dichten Gedränge vor Schürmanns Pyramide waren die Polizisten unterwegs. Viele Jahre lang haben Petra Schürmann und ihr Sohn Felix an den Details getüftelt und viel investiert, um ihren Stand in Pyramidenform zu präsentieren. Hinter der weihnachtlichen Kulisse steckt enormer Aufwand. Bereits im Frühjahr überprüft ein Hersteller die Zapfanlagen des Standes. Die Elektronik beansprucht jährlich 14 Tage Arbeit, vier bis sechs Wochen verschlingt die Materialbeschaffung. Dazu muss die Farbe aufgefrischt werden und die Pyramide, wenn der letzte Glühwein über den Tresen gegangen ist, abgebaut und gereinigt werden, was etwa zwei bis drei Wochen dauert. Und den Helfern Schweißperlen auf die Stirn zaubert.

16 Meter Höhe

Mit den Maßen 16 Meter Höhe, acht mal zehn Meter Standfläche und dem Rotoren-Durchmesser von sechs Metern ist sie nicht leicht zu handhaben. Die 80 bis 100 Teile der Pyramide wiegen insgesamt zwölf Tonnen und werden auf zwei Tiefladern transportiert. Zusätzlich fährt ein Lastwagen Dekoration und Einrichtung an den Standort. Die Spitze wird mithilfe eines Krans montiert. „Allein durch mein Hauptgeschäft im Getränkeverkauf und Schaustellersegment ist dieser Aufwand rentabel“, sagt Felix Schürmann, der auf sein eingespieltes Team stolz ist. Sieben Personen bauen die Pyramide in vier Tagen auf.

„Das Hauptaugenmerk liegt auf der Spitze der Pyramide und ist im Einklang mit dem Konzept des Sternschnuppenmarktes eine leuchtende Lilie“, sagt Felix Schürmann. Die Elektronik sei in der Pyramide verborgen. Weil sie sich drehe, könne kein Kabel von der Spitze nach außen geführt werden. Die Optik sei außen wie innen auf den Wiesbadener Markt abgestimmt.

An der Rückwand der Pyramide hängen Schwarz-Weiß-Bilder aus alten Zeiten der Stadt Wiesbaden. Weiß-Gold-Blau gestreifter Stoff, mit Lilien verziert, verdeckt die Leitungen unter dem Tresen, in denen der Glühwein fließt. Mit dem gekühlten Wein wird bei Bedarf ein Kupfererhitzer mit Lilien-ornament gespeist. „Auf diese Weise köchelt der Wein nicht die ganze Zeit und behält seine Aromen“, erklärt Petra Schürmann.

Seit dem Betriebsstart 2009 bleiben die Unternehmer rührig und entwickeln ihre Idee weiter. In diesem Jahr haben sie die Lampen im oberen Teil der Pyramide auf LED umgestellt, die restlichen Lichter sollen folgen. „Der geringere Stromverbrauch ist umweltfreundlich, darauf ist bei dem Kommerz, der auf Weihnachtsmärkten herrscht auch zu achten“, sagt Felix Schürmann.

Den genauen Preis für die Pyramide möchten Schürmanns nicht nennen, im sechsstelligen Bereich soll er liegen: „Qualität hat ihren Preis, davon hat man aber lange etwas“, sagt Felix Schürmann. Dementsprechend langfristig sind die Pläne der Standbetreiber. Solange sie die Konzession bekommen, werden die Wiesbadener alle Jahre wieder mitsamt Pyramide auf den Sternschnuppenmarkt kommen.

Der Sternschnuppenmarkt zwischen Rathaus und Stadtschloss sowie rund um die Marktkirche ist heute von 10.30 Uhr an bis 21 Uhr geöffnet.

Auch interessant

Kommentare