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Der Mangel an Pflegepersonal wird größer.
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Der Mangel an Pflegepersonal wird größer.

Wiesbaden

30 Prozent mehr Pflegebedürftige

  • Christina Franzisket
    VonChristina Franzisket
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Insgesamt 14 000 Wiesbadener, die älter als 65 Jahre sind, sind hilfs- oder pflegebedürftig. In den kommenden 15 Jahren wird diese Zahl um bis zu 1 900 weitere Pflegebedürftige ansteigen. Das geht aus dem aktuellen „Hilfs- und Pflegebericht“ hervor, den das Wiesbadener Amt für Soziale Arbeit veröffentlicht hat.

Darin wird der Status Quo der Situation der Wiesbadener Senioren beschrieben sowie die voraussichtliche Entwicklung bis zum Jahr 2030. Ziel sei es, sich frühzeitig mit den demografischen Entwicklungen und den daraus wachsenden Anforderungen zu beschäftigen, sagte Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD).

„Die Zahl der Senioren wird deutlich zunehmen“, sagte Karin Knaup, Mitarbeiterin im Amt für Soziale Arbeit. Aber auch die Struktur der Älteren werde sich verändern. „Es wird deutlich mehr Männer und Menschen mit Migrationshintergrund über 65 Jahre geben“, sagte Johannes Weber, Abteilungsleiter im Amt für Soziale Arbeit.

Bislang gibt es in Wiesbaden 25 Pflegeheime mit insgesamt 2 400 Plätzen, außerdem 60 Pflegedienste. Die werden dem Bericht zufolge im Jahr 2030 nicht mehr ausreichen. „Wir werden etwa 400 weitere Plätze brauchen“, sagte Knaup. Neben den Plätzen müsse weiteres Pflegepersonal gewonnen werden. „Der Pflegenotstand wird sich in Zukunft noch verschärfen“, sagte Knaup. Um dem entgegen zu wirken, habe die Stadt bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, etwa würden in vier Pflegeschulen in der Stadt Personal ausgebildet.

Neue Standards für Heime

Für neue Pflegeheime halte man bereits Flächen frei, sagte Goßmann. Die Stadt hat zusammen mit der Liga der Wohlfahrtsverbände neue Standards für den Bau von Pflegeheimen festgesetzt. Etwa soll eine Größe von 80 Betten nicht überschritten werden. „Wir müssen uns nur selbst fragen, wie wir uns eine Pflegeeinrichtung wünschen würden“, sagte Goßmann.

Die Planung für das Pflegeheim, das auf dem Gelände der Horst-Schmidt-Kliniken gebaut werden soll, stimmt jedoch nicht mit diesen Standards überein. Dazu sagte der Dezernent: „Wir müssen uns Gedanken machen, ob diese Planung aus 2008 heute noch Sinn macht.“ Insgesamt zeigt der Bericht, dass Wiesbaden im Bereich der Pflege und auch in Sachen gesellschaftlicher Teilhabe von Älteren gut aufgestellt ist. „Das heißt aber nicht dass wir uns ausruhen dürfen“, mahnte Goßmann.

Für Weber ergeben sich aus der Vorausschau neben der Schaffung von Pflegeplätzen und Gewinnung von Personal weitere Aufgaben. „Wir müssen uns auf die steigende Altersarmut vorbereiten“, sagte er. „Wir brauchen Programme, die Älteren ermöglichen, mit wenig Geld gut zu leben.“ Außerdem müssten mit den Angeboten künftig Migranten und Männer besser erreicht werden. Denn besonders bei denen sei die Hemmschwelle, im Alter Hilfe anzunehmen, groß.

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