Gaby Buschlinger ist Redakteurin der Frankfurter Rundschau.
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Gaby Buschlinger ist Redakteurin der Frankfurter Rundschau.

Kommentar

Proteste haben sich gelohnt

Nun also doch: Die Herbert-Anlage ist gerettet, die neue Rhein-Main-Halle wird ihr keinen einzigen Grashalm krümmen. Der Neubau kommt an die alte Stelle. Ein Bürgerentscheid wird vermutlich überflüssig.

Von VonGaby Buschlinger

Nun also doch: Die Herbert-Anlage ist gerettet, die neue Rhein-Main-Halle wird ihr keinen einzigen Grashalm krümmen. Der Neubau kommt an die alte Stelle. Ein Bürgerentscheid wird vermutlich überflüssig.

Aufatmen kann zunächst einmal der Oberbürgermeister: Der Zwist mit seinem Parteifreund aus der CDU-Rathausfraktion ist beendet. Müllers Wunsch, den Neubau nicht durch Klagen, Bebauungspläne und Einwände des Denkmalschutz unnötig zu verzögern, wird nun erfüllt. Denn je früher die Kongressbesucher wieder kommen, desto besser für Hotels und Gaststätten.

Aufatmen kann auch die SPD: Die Genossen halten nun doch ihr Wahlversprechen, die Herbert-Anlage nicht anzurühren. Damit musste sich die sonst stets dominante CDU erstmals den SPD-Vorstellungen beugen. Das ist Balsam für die Prügel, die die Genossen nach ihrer Zustimmung zum Teilverkauf der HSK und den dicken Gebührenerhöhungen für die Kinderbetreuung bezogen hatten.

Und aufatmen können auch die Kämpfer für die Grünanlage: Ihr unermüdlicher Einsatz auf der Straße bei Wind und Wetter hat sich gelohnt. Protest kann eben manchmal doch was bewirken.

Um sein Gesicht nicht zu verlieren, bestreitet CDU-Fraktionschef Lorenz natürlich, dass ihn die 9000 Unterschriften beeindruckt hätten. Aber sie sind das einzige neue Argument, das in der vergangenen Woche in die endlose Diskussion um den Standort des Neubaus der Rhein-Main-Hallen dazu gekommen ist. Das ungewisse Baurecht und das unpräzise Baufeld sind schon lange als Zeitverzögerer bekannt.

Ob nun Ruhe einkehrt? Unwahrscheinlich. Wenn nach dem Architektenwettbewerb die Kosten für den Neubau der Halle feststehen, wird angesichts einer Summe von über 100 Millionen Euro sicher der nächste Proteststurm losgehen.

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