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Die Wirtschaftskammern in der Metropolregion Rhein-Main gehen von einem Beschäftigungswachstum von lediglich 0,7 Prozent aus.

Arbeitsmarkt in Hessen

Prognose: Arbeitslosigkeit sinkt nur noch langsam

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Die Agentur für Arbeit rechnet für 2020 mit Rekordzahlen bei der Beschäftigung. Die Arbeitslosigkeit dürfte aber nur noch sehr leicht sinken.

Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit blickt „verhalten positiv“ auf das kommende Jahr. „Die Beschäftigung steigt weiter, wenn auch langsamer als in den letzten Jahren, und die Arbeitslosigkeit stagniert“, sagt deren Leiter Frank Martin.

Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die Martin am Freitag in Frankfurt präsentierte, könnte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die bereits seit Jahren steigt, 2020 mit im Jahresdurchschnitt 2,66 Millionen einen neuen Höchststand erreichen. Das wäre ein Anstieg von 0,8 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Für die Arbeitslosigkeit prognostizieren die Forscher einen nur noch leichten Rückgang von 0,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2020 wären dann weniger als 150 000 Menschen in Hessen arbeitslos. Im Bereich des Arbeitslosengelds 1 rechnet das Institut sogar mit einem Anstieg.

Im November lag die Arbeitslosenquote hessenweit bei 4,2 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Am niedrigsten war sie mit 2,5 Prozent im Landkreis Fulda, am höchsten mit 8,1 Prozent in Offenbach. In Frankfurt sank die Quote auf 4,8 Prozent.

Abbau bei der Industrie

Auch laut einer Befragung des Frankfurter Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur unter Betrieben im Rhein-Main-Gebiet dürfte sich das Beschäftigungswachstum abgeschwächt fortsetzen. Das Institut rechnet mit einem Anstieg der Gesamtbeschäftigung und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um jeweils ein Prozent. Mit überdurchschnittlichen Zuwächsen rechnen dabei die Wirtschaftszweige Handel, Dienstleistungen und Baugewerbe. Einen Abbau der Stellenzahl wird es der Prognose nach lediglich im verarbeitenden Gewerbe geben.

Die Wirtschaftskammern in der Metropolregion Rhein-Main gehen von einem Beschäftigungswachstum von lediglich 0,7 Prozent aus. Auch sie sagen einen Rückgang im Sektor Industrie voraus. Trifft die Prognose der Kammern zu, erreicht die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dem Gebiet Ende 2020 mit dann 2,485 Millionen dennoch einen neuen Höchststand.

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