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Polizei stellt sich Fragen zu Prügel-Vorwürfen

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Einladung zu Bürgergespräch / Beamte sollen Mann bei einem Streit in Kastel misshandelt haben

Die Polizei wehrt sich gegen die Rassismus- und Prügel-Vorwürfe, die aufgrund des Falles „Syrus Kar“ in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen teilt mit, diesem liege sehr daran „diese Irritationen aufzuklären, die weiterhin positive Zusammenarbeit zwischen Polizei und der Bürgerschaft fortzusetzen sowie das Sicherheitsgefühl zu stärken“.

Deswegen soll am morgigen Donnerstag ein Bürgergespräch stattfinden. Die Migrationsbeauftragte des Polizeipräsidiums Döndü Yazgan sowie der Leiter des 2. Polizeireviers in Mainz Kastel, Michael Buhrdorf, stellen sich zwischen 16 und 18 Uhr in der Kostheimer Ortsverwaltung (St. Veiter Platz 1) den Fragen der Wiesbadener Bevölkerung.

Angeknackstes Vertrauen

Vor einigen Tagen hatte der aus dem Iran stammende Wiesbadener Syrus Kar schwere Vorwürfe erhoben, die für Furore sorgten: Demzufolge soll er kurz vor dem Jahreswechsel von vier Kasteler Polizisten schwer misshandelt worden sein. Zahlreiche Zeugen beobachteten den Vorfall, einige brachten gegenüber der FR ihre Bestürzung zum Ausdruck.

Gemäß seiner Darstellung wollte Kar einen Streit in einem Supermarkt schlichten, als er von den eintreffenden Streifenpolizisten attackiert wurde. „Ein Polizist hat mir Dreck in den Mund gestopft und mir Nase und Mund zugehalten, sodass ich keine Luft mehr bekam.“ In Handschellen sei er abgeführt und auf der Polizeiwache weiter drangsaliert worden. Diejenigen, die den Vorfall beobachtet hatten, brachten ihr Misstrauen gegenüber der Polizei zum Ausdruck. Und die Mitarbeiterin einer Mainzer Menschenrechtsorganisation mutmaßte aufgrund eigener Ermittlungen, dass der Fall Syrus Kar in Kastel kein Einzelfall gewesen sei. „Da scheint mehr los zu sein.“

Die Wiesbadener Polizei unter Rassismus-Generalverdacht – das will diese nicht auf sich sitzen lassen: Bereits kurz nach dem Vorfall kündigte sie eine „lückenlose Aufklärung“ an und leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die vier beschuldigten Polizisten ein. Polizeipräsident Robert Schäfer unterstreicht derweil die Wichtigkeit des für morgen anberaumten „sachlichen und vertrauensfördernden Gespräches“. (babe.)

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