Eine Frau raucht Shisha.
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Eine Frau raucht Shisha.

Mainz-Kastell

Vergiftung in Shisha-Bar

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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In einer Gaststätte wird zu wenig gelüftet - und zu fleißig Shisha geraucht. Zwei Frauen werden vergiftet - und können nur in einer Druckkammer behandelt werden. Doch in Wiesbaden und Frankfurt stehen diese nicht ständig zur Verfügung. Die Frauen müssen nach Aachen geflogen werden.

Diesmal war es keine defekte Heizung, aus der Kohlenmonoxid geströmt war, wie im Fall in Dietzenbach vor wenigen Tagen. Wasserpfeifen haben am Samstagabend einen Unfall in einer Gaststätte in Mainz-Kastel verursacht – „weil nicht ausreichend gelüftet worden war, und das giftige Gas nicht abziehen konnte“, sagt ein Sprecher der Wiesbadener Feuerwehr.

Eine 19- und eine 49-Jährige wurden verletzt und in eine Druckkammer nach Aachen geflogen. Denn die in Wiesbaden und Frankfurt waren zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt – und werden auch in nächster Zeit weiterhin nur zu bestimmten Zeiten öffnen. Trotz der stetig ansteigenden Anzahl an CO-Patienten, für die eine Behandlung in einer Druckkammer oft die einzige Überlebenschance ist.

Eine 24-Stunden-Bereitschaft kostet viel Geld. Unter anderem wird ein Team, bestehend aus einem Techniker, einer Schwester und einem Tauch- und Überdruckmediziner, benötigt. Die Asklepios-Klinik in Wiesbaden ist bereit, vorzufinanzieren. Sie hat bereits in Kooperation mit dem Druckkammerzentrum auch außerhalb der Öffnungszeiten Notfälle versorgt – auf den Kosten blieben sie aber zum größten Teil sitzen. „Wir stellen die Bereitschaft, jedoch nur, wenn die Refinanzierung gesichert ist“, sagt Geschäftsführer Oliver Zimmer.

Und genau da hapert es. „Wir überprüfen noch, wie das Ganze refinanziert werden kann“, heißt es seitens des Sozialministeriums. Probleme gebe es vor allem durch das „hochkomplexe“ bundesweite Vergütungssystem, dem sich auch die Länder unterwerfen müssen. Dazu komme, dass solche Fälle viel zu selten vorkämen und im Vergütungssystem noch nicht adäquat abgebildet werden. „Uns ist klar, dass diese Lücke geschlossen werden muss.“

Doch bis es soweit ist, wird es noch dauern. Und vielleicht wird es wieder zu CO-Unfällen kommen. Vielleicht auch in Shisha-Bars, denn der Vorfall am Samstag war nicht der erste dieser Art in der Rhein-Main-Region. Erst Mitte Dezember hatten zehn Gäste einer Weihnachtsfeier eines Shisha-Versand-Shops erhöhte CO-Werte im Blut und waren in ein Krankenhaus gekommen. Auch damals war nicht ausreichend gelüftet worden.

Die Wiesbadener Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie viel Schuld der Inhaber der Bar an dem Vorfall hat, wird derzeit geklärt. Und auch, ob „eine Gefahr für Leib und Leben besteht“, wie ein Sprecher des Ordnungsamtes sagt. Ihm zufolge gibt es keine speziellen Lüftungsvorschriften für Shisha-Bars.

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