Querdenker demonstrieren gegen das Tragen von Masken.
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Querdenker demonstrieren gegen das Tragen von Masken.

Wiesbaden/Darmstadt

Polizei in Wiesbaden von „Querdenkern“ attackiert

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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  • Diana Unkart
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Demonstrierende vor dem Kultusministerium haben gegen Auflagen verstoßen. Als Polizisten einen Platzverweis durchsetzen wollen, werden sie angegriffen. Die Initiative ruft nun zu einer Großdemo in Darmstadt auf.

Am Rande einer Demonstration der Initiative „Querdenken 611“ in Wiesbaden ist es zu Angriffen auf die Polizei gekommen. Auf dem Luisenplatz vor dem hessischen Kultusministerium hatten sich am Dienstag etwa 150 Menschen versammelt. Sie forderten: „Masken weg von unseren Kindern.“

Die Stadt hatte die Demonstration unter Auflagen erlaubt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten Masken tragen und einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einhalten. Viele hätten ärztliche Atteste vorgezeigt, die eine Ausnahme vom Tragen der Masken aus medizinischen Gründen bescheinigten, berichtet ein Polizeisprecher. Andere hielten sich zunächst an die Auflagen. Als aber mehrere Redner die Maskenpflicht kritisierten und dazu aufriefen, die Masken abzulegen und den Abstand nicht einzuhalten, folgten sie diesen Aufforderungen, zogen sich die Mund-Nasen-Bedeckungen vom Gesicht und rückten zusammen. Die etwa 30 Polizeikräfte ermahnten daraufhin die Anwesenden – meist erfolglos.

Einem Mann, der sich auch nach Diskussionen mit der Versammlungsleiterin und der Polizei weigerte, eine Maske zu tragen, wurde ein Platzverweis erteilt, dem er aber auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht nachkam. Zwei Polizisten führten ihn daraufhin weg. Dabei wurden sie von zwei Demonstrierenden attackiert, unter anderem mit einem Trommelstock. Die Beamten blieben unverletzt.

Ein Angreifer wurde unter lautstarkem Protest anderer Teilnehmer:innen festgenommen. Die Polizei habe mit Hilfe eines Lautsprecherwagens die Situation erklärt und beruhigt, sagte ein Polizeisprecher. Die Demonstration sei danach fortgesetzt worden.

Insgesamt hat die Polizei drei Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte in Verbindung mit versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffentrageverbot bei Versammlungen eingeleitet, weil eine der Personen ein Messer bei sich trug.

In Darmstadt ruft der örtliche Ableger der Corona-Skeptiker, „Querdenken 615“, zu einer Großkundgebung und einem Zug durch die Darmstädter Innenstadt anlässlich des Reformationstags am Samstag, 31. Oktober, auf. Laut Polizei werden etwa 600 Personen erwartet. „Wir werden „angemessen vertreten sein“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf FR-Anfrage. Man werde auf die Einhaltung der in der Innenstadt geltenden Maskenpflicht und die Abstandsregeln achten. Beginn ist um 12 Uhr auf dem Friedensplatz, um 14 Uhr soll es auf dem Karolinenplatz weitergehen.

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