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Ein Platz für Verlorenes

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Von: Ute Fiedler

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Beim hektischen Aussteigen wird oft etwas im Bus vergessen.
Beim hektischen Aussteigen wird oft etwas im Bus vergessen. © Michael Schick

Die Eswe-Verkehr hat ein eigenes Fundbüro eingerichtet. Wichige Fundstücke wie ein Schlüssel können sogar außerhalb der Öffnungszeiten abgeholt werden.

Wie viele Gegenstände im Jahr in den etwa 240 Bussen der städtischen Busgesellschaft Eswe Verkehr liegen bleiben, wissen die Geschäftsführer Jörg Gerhard und Hermann Zemlin nicht so genau. Etwa 50 Dinge sind bislang in der ersten Woche des neuen Jahres abgegeben worden – und im neuen Fundbüro der Eswe Verkehr gelandet. Bei den jährlich etwa 50 Millionen Fahrgästen dürfte 2016 da noch einiges hinzukommen. Vor allem auch, weil die Geschäftsführer mit einem „kräftigen“ Anstieg der Fahrgastzahlen rechnen, wie Gerhard erläutert. Veröffentlicht werden sollen die Zahlen jedoch erst Ende Januar.

Bislang mussten die Fahrgäste, die Portemonnaie, Handy und Co. in einem der Busse vergessen hatten, sich an das städtische Fundbüro wenden. Dort wurden die Fundsachen hingebracht. „Wir freuen uns, dass sie nun die Dinge direkt bei uns abholen können“, sagt Zemlin. Schließlich wüssten die meisten ganz genau, wenn sie etwas im Bus vergessen haben. „Und da können wir schnell und problemlos helfen.“

Zemlin weist daraufhin, dass dringend benötigte Dinge wie etwa der verlorengegangene Schlüsselbund nicht nur während der Öffnungszeiten des Eswe-Fundbüros, dienstags und donnerstags, 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, abgeholt werden kann. Das Fundbüro sei prinzipiell montags bis freitags zwischen 6.30 und 20.30 Uhr telefonisch erreichbar. Nach dem Telefonat könnten die Gegenstände an der Pforte abgeholt werden.

Derzeit warten unter anderem diverse Regenschirme, ein Kinderwagen und ein Gehstock auf ihre Besitzer. „Es gibt fast nichts, was noch nicht in den Bussen vergessen wurde“, sagt Gerhard. Zemlin verweist unter anderem auf einen Rollstuhl. Und Fahrräder. „Da weiß man aber nicht, ob die nicht mit Absicht stehengelassen wurden.“

Die meisten der Gegenstände fristen oft ein monatelanges trauriges Dasein im Fundbüro, bis sie während einer Auktion versteigert werden. „Vieles wird einfach nicht abgeholt – vor allem Regenschirme oder Kleidungsstücke“, sagt Gerhard. Die Versteigerung mit dem städtischen Fundbüro solle beibehalten werden.

Manchmal werden die Eswe-Mitarbeiter auch zu Detektiven. Frank Gäfgen, Prokurist und Ideengeber für den neuen Service, berichtet von einer Anfang des Jahres in einem Bus gefundenen schwedischen Visa-Karte. Nach einigen Telefonaten habe Visa den Kartenbesitzer ausfindig machen können. Der Mann mache gerade Urlaub in Wiesbaden und habe sich riesig gefreut, berichtet Gäfgen.

Freuen dürften sich die vergesslichen Fahrgäste über den neuen Service, der vielleicht auch ein wenig darüber hinwegtröstet, dass die Fahrpreise zum Jahresbeginn wie berichtet um 2,5 Prozent gestiegen sind. Statt 2,70 Euro werden für die Einzelfahrt 2,75 Euro fällig. Der Preis für die Monatskarte ist um von 76,40 Euro auf 78,20 Euro. Der Preis der Sammelkarte stieg von 10,60 auf elf Euro.

Darüber hinaus gilt vom 10. Januar an ein neuer Fahrplan. Dieser bringe „eine nicht allzu große Zahl“ von Änderungen mit sich, heißt es. Lediglich die Linie 8 sei von umfangreichen Änderungen betroffen. Unter anderem werden montags bis freitags frühmorgens drei zusätzliche Fahrten angeboten, um 3.55 Uhr, 4.26 Uhr und 6.16 Uhr ab Hauptbahnhof. Zudem fahren die Busse der Linie 8 künftig auch über das Komponistenviertel, die Schumannstraße und die Richard-Wagner-Straße.

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