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IHK plant neues Service-Center

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Von: Arne Löffel

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Historische Werbung im Innenhof der IHK.
Historische Werbung im Innenhof der IHK. © Michael Schick

Die IHK bekommt ein neues Service-Center. Es entsteht in der Baulücke an der Karl-Glässing-Straße. Bauen wird die WIM, die IHK mietet dann das fertige Objekt.

Die Wiesbadener Industrie- und Handelskammer (IHK) gibt sich redlich Mühe, ein offenes und transparentes Haus zu sein. „Allerdings stellen die wenigen Stufen, die man heute von der Wilhelmstraße zu unserem derzeitigen Beratungscenter im Erdgeschoss des Erbprinzenpalais hinaufsteigen muss, für den einen oder anderen Kunden eine psychische Hürde dar“, erklärt der IHK-Geschäftsführer Standort und Kommunikation, Gordon Bonnet. Das hätten auch Umfragen unter den Kunden ergeben.

Von daher habe sich die IHK dazu entschlossen, in Kooperation mit dem Wiesbadener Immobilienmanagement (WIM) ein neues Servicecenter in einer Baulücke zwischen Apotheke und IHK-Anbau zur Karl-Glässing-Straße hin zu errichten. Genauer gesagt baut das WIM das laut Bauantrag dreistöckige Haus, das nach Fertigstellung in Gänze von der IHK gemietet wird.

„Das neue Service-Center soll erste Anlaufstelle für IHK-Kunden ohne vorab vereinbarten Termin werden“, sagt Bonnet. Der Standort sei auch für die IHK attraktiv: „Die Karl-Glässing-Straße ist die einzige richtige Straße vom Marktplatz zur Wilhelmstraße. Der Rest geht durch Passagen.“

Die IHK nimmt laut Bonnet mit der kompletten Anmietung des Neubaus bewusst Einfluss auf die Auswahl der zukünftigen Nachbarn. „Aufgrund der besonderen Wegebeziehung zu unserem Haus ist es uns schon wichtig, dass die zukünftigen Mieterinnen und Mieter in gewisser Weise zur IHK passen“, betont Bonnet.

Gerne selbst gebaut

Der IHK-Mitgeschäftsführer berichtet, dass es der Vollversammlung der IHK am liebsten gewesen wäre, das Grundstück im Zuge der Erweiterung des Erbprinzenpalais zu einem marktüblichen Preis von der Stadt zu kaufen und dort selbst zu bauen. „Als wir dann hörten, dass die WIM selbst bauen möchte, haben wir sofort das Gespräch gesucht“, so Bonnet. Anfangs habe im Raum gestanden, dass die Nassauische Sparkasse im Erdgeschoss des Neubaus einzieht. Das Geldhaus sei aber von diesen Plänen abgerückt, so dass die IHK wiederum in Verhandlungen mit dem WIM eingestiegen und sich konzeptionell auch einig geworden sei.

Mit dem Neubau im Hinterhof verschwinden nicht nur einige Bäume, die laut WIM-Pressesprecherin Alexandra May ersetzt werden sollen. Von der Straße aus ist dann eine auf die Fassade des Hauses an der Friedrichstraße 5 gemalte Werbung für das Autohaus Rossel nicht mehr zu sehen. Die Werbung stammt aus den 50er Jahren und steht unter Denkmalschutz. Sie bleibt aber erhalten, wie das WIM betont. Allerdings eben im Verborgenen.

Die Bauarbeiten sollen laut WIM im nächsten Jahr beginnen und anderthalb Jahre andauern. Wie teuer das Bauwerk wird, kann WIM noch nicht sagen, weil die Baukosten derzeit noch mit den einzelnen Firmen verhandelt würden.

Die mit dem Bau beauftragten Architekten haben sich für den Neubau laut WIM ein besonderes Energiekonzept einfallen lassen: eine thermische Bauteilaktivierung der Betondecken. Hier gibt es keine Heizkörper mehr im herkömmlichen Sinn, das warme Wasser wird stattdessen durch Kapillar-Rohre geleitet, die in den Betondecken verbaut sind. Der Beton wird somit zum Ersatz für den Heizkörper.

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