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Piraten-Vorstand tritt zurück

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Nach internen Querelen bei den Piraten hat der Kreisparteitag das eigenmächtige Vorgehen der Vertrauensleute missbilligt - der Vorstand ist daraufhin geschlossen zurückgetreten. Nun wollen die Piraten mit neuer Spitze zurück zu den Anfängen.

Irgendwann wird es laut am Samstag im Tagungssaal an der Adlerstraße. Anschuldigungen stehen im Raum – die Gemüter der Wiesbadener Piraten sind erhitzt nach den internen Streitereien der vergangenen Wochen. Am Ende des außerordentlichen Kreisparteitags steht dennoch der Neustart.

Grund der Querelen: Kurz nach Weihnachten hatten die Vertrauensleute der Partei den Oberbürgermeister-Kandidaten Hans-Jörg Tangermann, immerhin vom Kreisparteitag offiziell ernannt, aus dem Rennen zurückgezogen. Das verärgerte vor allem die Basis.

Zunächst geht es aber ganz ruhig los – die Piraten diskutieren über Internes, verabschieden Anträge. Doch schnell geht es um die OB-Kandidatur. Der Parteitag soll das Vorgehen der Vertrauensleute missbilligen. Doch das Plenum ist tief gespalten.

Kandidat „nicht mehr tragbar“

Auf der einen Seite das Lager um den Vorsitzenden Bernd Fachinger, der behauptet, Tangermann habe sich nicht an Abmachungen gehalten und sei irgendwann nicht mehr tragbar gewesen. Auf der anderen Seite Tangermanns Anhänger und Wahlkampfhelfer, nach deren Meinung der basisdemokratische Gedanke der Piraten übergangen wurde. „Hier haben einige wenige nichtdemokratisch entschieden – das ist eine Schande“, erklärt der zurückgetretene Pressesprecher Andreas Scheuermann. Postwendend kontert Stadtverordneter Hendrik Seipel-Rotter: „Die Art und Weise wie der Kandidat abgesägt wurde, kann man kritisieren, aber dass er abgesägt wurde, finden hier viele gut.“ Von unerlaubter Einflussnahme ist die Rede, aber auch von Appellen zur Geschlossenheit. Am Ende wird dem Antrag mit deutlicher Mehrheit zugestimmt: Der Parteitag missbilligt das Vorgehen der Vertrauensleute.

Der Vorstand, wegen der Affäre ohnehin nicht mehr vollzählig, tritt daraufhin geschlossen zurück – wenn auch ohne Schuldeingeständnis. Zum neuen Kreisverbandsvorsitzenden wählen die Mitglieder Manuel Wüst. Der verliest einige Statements aus dem Plenum: „Rückbesinnung aufs Wesentliche“, „Stärkung der Basis“ und „Geschlossenheit“ heißt es darin. Auf dem Papier ist der Neuanfang also schon gemacht – jetzt müssen ihn die Piraten in die Tat umsetzen. (fsl.)

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