1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Peta kritisiert Zirkusse

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ute Fiedler

Kommentare

Die Tierrechtsorganisation hat an die Fraktionen im Wiesbadener Stadtparlament geschrieben und fordert, Zirkussen mit Wildtieren keine Plätze mehr zu vermieten.

Die Veranstalter werben mit Artisten, Tieren, Sensationen. Doch nicht nur Ponys und Hunden, auch Wildtieren wird in den Zirkussen, die derzeit in Wiesbaden gastieren, eine Bühne geboten. Nummern mit Tiger, Krokodil oder Seehund stehen auf dem Programm, was Tierschützer scharf kritisieren.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat am Mittwochmorgen einen Brief an die Fraktionen im Wiesbadener Stadtparlament geschrieben mit dem Appell, eine tierfreundliche Vergabepraxis kommunaler Flächen zu beschließen. Wildtiere haben laut Peta in einem Zirkus nichts zu suchen. Tiger und Krokodil, die im Wiesbadener Weihnachtscircus als Attraktionen gelten, würden zu vermeintlichen Kunststücken gezwungen, erläutert Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Er verweist auf die nicht artgerechte Haltung, die untrennbar mit Leid verbunden sei: Die Tiere würden unter den viel zu kleinen Gehegen und einer Dressur leiden, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt sei. Zudem seien die meisten exotischen Tierarten nicht an kalte Temperaturen angepasst, fügt Höffken hinzu.

In seinem Schreiben an die Fraktionen im Wiesbadener Stadtparlament verweist Höffken darauf, dass in mittlerweile 80 Städten wie Köln, Erfurt, Düsseldorf, Schwerin, Bielefeld, Leipzig oder Erlangen Zirkussen, die mit Wildtieren umherreisten, eine Anmietung kommunaler Flächen verwehrt bliebe.

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte die Länderkammer im Bundesrat sich für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ausgesprochen. Sie hatte die Bundesregierung aufgefordert, eine entsprechende Verordnung zu erarbeiten – ohne Erfolg. Laut Höffken stehe eine offizielle Erklärung der Ablehnung durch das Landwirtschaftsministerium noch aus.

Umso mehr hofft der Fachreferent nun auf die Unterstützung durch die Kommunen. Jede Kommune, die dem Engagement von Wildtieren in Zirkussen einen Riegel vorschiebe, gebe ein Signal an die Bundesregierung, endlich zu handeln.

In Wiesbaden hatten die Fraktion der Linken und Piraten sowie die der Grünen bereits 2013 erfolglos gefordert, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen mehr zu vermieten. Mittlerweile habe sich laut Höffken jedoch einiges getan. Immer mehr Städte würden diesen Zirkussen die Anmietung von Flächen verwehren. „Ich hoffe, dass Wiesbaden auch bald dazugehören wird.“

Auch interessant

Kommentare