St. Josefs-Hospital übernimmt

Otto-Fricke-Krankenhaus verkauft

Josefs-Hospital übernimmt Betrieb / Über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen

Von Bastian Beege

Pünktlich zum 120. Geburtstag bereitet sich das St. Josefs-Hospital (JoHo) selbst ein Geschenk: Die Klinik übernimmt überraschend das Otto-Fricke-Krankenhaus mit Sitz in Wiesbaden und Bad Schwalbach. Vor zwei Monaten hatten im Stillen die Verhandlungen begonnen, auf einer Betriebsversammlung letzten Freitag wurden die Mitarbeiter des Otto-Fricke-Krankenhauses dann vor vollendete Tatsachen gestellt: Ihr Unternehmen wird 100-prozentige Tochter des traditionsreichen JoHo.

Über den Kaufpreis herrscht derweil Stillschweigen: „Die bisherigen Gesellschafter möchten das geheim halten“, bittet JoHo-Sprecherin Susanne Schiering-Rosch um Verständnis. Die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen hatte 75 Prozent der Anteile des Krankenhauses besessen, die Behindertenhilfe Evim den Rest.

Es drohen keine Kündigungen

„Der Zusammenschluss bietet große Chancen“, verkündete Otto-Fricke-Geschäftsführer York Ohlendorf: „Wir können von den Stärken und dem Know-how des jeweils anderen lernen und Synergien effizienter nutzen – davon profitieren auch die Patienten.“ Die Mitarbeiter hätten die Nachricht auf der Betriebsversammlung überaus positiv aufgenommen, heißt es aus dem Umfeld der Versammlung. Zu unsicher sei deren Zukunft zuletzt gewesen, nachdem bekannt wurde, dass die beiden bisherigen Gesellschafter komplett aussteigen wollen.

Doch nun bleibt zunächst einmal alles beim Alten: Das Otto-Fricke-Krankenhaus behält den Status einer eigenen Gesellschaft, beim Personal drohen keine Einsparungen. „Einzige Änderung: Waren die bisherigen Gesellschafter evangelisch, so ist die Klinik jetzt in katholischer Hand“, ergänzt Schiering-Rosch.

Das Otto-Fricke-Krankenhaus, Fachklinik für Geriatrie und Orthopädie, unterhält einen Standort in Wiesbaden mit 28 Planbetten und 6 tagesklinischen Plätzen sowie einen Standort in Bad Schwalbach mit 5 Stationen und insgesamt 113 Betten. Es ist auf die Behandlung älterer Menschen spezialisiert, hinzu kommen die konservative Orthopädie sowie insbesondere die Therapie von Wirbelsäulenleiden.

Das St. Josefs-Hospital betrachtet den Kauf folglich als Möglichkeit, das eigene medizinische Portfolio zu ergänzen: „Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird die Fachdisziplin der Geriatrie immer wichtiger“, erläutert JoHo-Geschäftsführer Martin Bosch. Man werde von dieser speziellen Expertise des Otto-Fricke-Krankenhauses profitieren und sich dabei „als Partner auf Augenhöhe entsprechend unserer gemeinsamen christlichen Unternehmenskultur verstehen.“

Das St. Josefs-Hospital kann bereits auf Übernahme-Erfahrungen zurückblicken – erinnert sei an die Orthopädische Klinik Wiesbaden (OKW) im Jahr 2004.

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