Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wiesen und Äcker - große Teile des Ostfelds stehen unter Landschaftsschutz.
+
Wiesen und Äcker - große Teile des Ostfelds stehen unter Landschaftsschutz.

Wiesbaden

Ostfeld Wiesbaden: Landschaftsschutz aufheben oder nicht?

Regionalversammlung vertagt Beschluss auf April. Erörterung in Sondersitzungen.

Die Bürgerinitiative gegen Lärm und Gefahren durch US-Flugzeuge befürchtet, die künftigen Bewohner:innen des geplanten Wohngebiets Ostfeld würden verlärmt. Der Kreisbauernverband ist dagegen, noch mehr Äcker dem Flächenfraß anheimzugeben. Und die Bundeswehr mahnt, dass die Operationsfähigkeit der US Army in vollem Umfang gewährleistet sein müsse, auch wenn die Army ihre Aktivität erweitern würde. Wie das Gebiet verkehrlich angebunden wird, ist offen.

Das Verfahren

Die Landeshauptstadt beantragt, die „Abweichung von Zielen des Regionalplans Südhessen/Regionaler Flächennutzungsplan 2010 im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Wiesbaden Ostfeld“ zuzulassen. Von den 490 Hektar im Planungsgebiet müsste für 93 Hektar der Landschaftsschutz aufgehoben werden.

Die Fachausschüsse der Regionalversammlung werden am 19. und 20. April in zwei Sondersitzungen die Belange der Zielabweichung beraten. Am 7. Mai soll entschieden werden. mre

Das geplante Baugebiet Ostfeld hat viele Kritiker. Jetzt haben sich die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen damit zu befassen. 288 Hektar der Wiesen und Äcker im 490 Hektar großen Planungsgebiet stehen unter Landschaftsschutz, weitere 127 Hektar sind landwirtschaftlicher Nutzung vorbehalten. Für 93 Hektar müsste der Schutz aufgehoben werden, um im städtebaulichen Entwicklungsgebiet ein Wohngebiet und ein Gewerbegebiet zu ermöglichen. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid empfiehlt, den Landschaftsschutz aufzuheben. Die Regionalversammlung bestimmt also, ob das Ostfeld bebaut werden darf.

Das Gremium will sich Zeit zum Prüfen nehmen und hat den für Anfang März vorgesehenen Beschluss vertagt. Zu vielschichtig sei die Materie, sagt Guido Martin, Sprecher beim Regierungspräsidium Darmstadt. Die Grünen zweifeln sogar an, dass wegen der Komplexität das jetzt angestrebte Zielabweichungsverfahren das richtige ist. Ein Gutachten soll klären, ob nicht ein Planänderungsverfahren besser wäre. „Das Zielabweichungsverfahren kommt infrage, wenn Grundzüge der Raumplanung beibehalten werden“, sagt Landtagsabgeordneter Frank Kaufmann (Grüne) auf Anfrage. Doch wegen möglicher Betroffenheit anderer Kommunen könnte auch ein umfassenderes Verfahren zum Zuge kommen. Kritiker führten etwa an, Fallwinde aus dem Kaltluftentstehungsgebiet Ostfeld würden sich bei Bebauung abschwächen. Ob dies auch die Mainzer Innenstadt betreffe, müsse objektiv untersucht werden, sagt Kaufmann.

Kritik am Abweichungsverfahren hatte zuvor der Bund für Umwelt und Naturschutz Wiesbaden (BUND) formuliert. Er fordert weitere Umweltprüfungen, vor allem zu den stadtklimatischen Folgen. Er wendet sich auch gegen den Eingriff in den regionalen Grünzug und den Flächenverbrauch bester Ackerböden. Zudem sei die Trinkwassergewinnung ungeklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare