Auf dem Parkett kommt man sich näher: Franziska van Almsick und Guido Westerwelle.
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Auf dem Parkett kommt man sich näher: Franziska van Almsick und Guido Westerwelle.

Ball des Sports

Olympiasieger bitten zum Tanz

  • vonKatja Sturm
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Ball des Sports bringt Spitzenathleten mit Politikern und Wirtschaftsbossen zusammen

Große Ereignisse, heißt es so schön, werfen ihre Schatten voraus. Der Ball des Sports tut dies am Donnerstag in ganz besonderer Manier. Denn in den Morgenstunden wird dann ein Schwertransporter durch die Wiesbadener Straßen Richtung Rhein-Main-Hallen rollen. An Bord hat er ein 2,5 Meter breites, fünf Meter langes und 3,5 Meter tiefes Wasserbecken mit einem Gewicht von etwa elf Tonnen. Am 4. Februar, wenn sich zum 17. Mal in der Landeshauptstadt und zum insgesamt 42. Mal die Türen für eine Neuauflage der Benefizveranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe öffnen, wird es in der großen Bühne des Ballsaals eingebaut sein.

Somit sind die Europameister im Wasserspringen, Sascha Klein und Patrick Hausding, in der Lage, die etwa 1800 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Medien mit ihren Salti und Schrauben zu begeistern. Und die derzeit noch bei der Europameisterschaft in den Niederlanden kämpfende Wasserball-Nationalmannschaft plant einen Weltrekordversuch, bei dem sie ein 130 Kilogramm schweres Gewicht nur mit der Kraft ihrer Beine möglichst lange hochhalten will. Die Idee stammt aus einer „Wetten dass...?“-Sendung von 1995, bei der auch der heutige Vorstandsvorsitzende der Sporthilfe, Michael Ilgner, mithalf, dass einer der beiden Wildecker Herzbuben zweieinhalb Minuten lang nicht nass wurde.

Die Ballgäste selbst könnten dabei durchaus ein paar Tropfen abbekommen und somit noch stärker den olympischen Spirit spüren, der im Jahr der Spiele von London durch die Rhein-Main-Hallen wehen soll. Mehr als 140 internationale Medaillengewinner, darunter die Weltmeister aus dem Ruder-Achter, Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann oder der ebenfalls in Peking mit Gold bedachte Gewichtheber Matthias Steiner, sorgen für weitere sportliche Noten in dieser „Nacht für Gold“, wie das Motto des Balles diesmal lautet. Sie treffen auf ehemalige Kollegen wie Schwimmstar Franziska van Almsick, heute stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sporthilfe, oder Eiskunstlauf-Königin Katarina Witt, zahlreiche Wirtschaftsbosse sowie Vertreter der Politik wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und den SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier. Höhepunkt des Showteils wird ein Auftritt der Rap-Band „Die Fantastischen Vier“ sein, die gegen Mitternacht noch einmal Schwung in müde Glieder bringen soll.

Im Vorjahr erzielte der Ball, der auch noch mit einer Tombola mit Preisen im Wert von mehr als 600000 Euro lockt, einen Erlös von mehr als 800000 Euro. Auch diesmal geben sich die Veranstalter optimistisch, einen ähnlich hohen Gewinn erzielen zu können.

Das Wiesbadener Konzept kommt gut an, weshalb die Sporthilfe den Vertrag mit der Landeshauptstadt 2011 um zwei Jahre verlängert hatte. Ob aber auch 2014 die Sportgrößen in der Landeshauptstadt tanzen werden, steht noch nicht fest. Laut Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) hängt eine mögliche Bewerbung vom geplanten Neubau der Rhein-Main-Hallen ab. Sollten diese an anderer Stelle entstehen, könnte man bis zur Fertigstellung in vier Jahren weiter die alte Veranstaltungsstätte nutzen.

Würde dagegen die Entscheidung dafür fallen, das Messe- und Kongress-Zentrum an der Friedrich-Ebert-Allee zu belassen, könnte das die Nutzung der alten Räume einschränken. Ob es in dem Fall eine Alternative gäbe, darüber will Müller noch nicht nachdenken. Fakt aber ist: Zuletzt interessierten sich auch Frankfurt und Mainz dafür, die Sportprominenz zum Tanz zu laden.

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